Noch ein bisschen was über Osthoff

Susanne Osthoff in den Medien, zuletzt bei Beckmann. Für die einen ist sie eine Irre, für andere eine von den bösen Medien verfolgte Frau, die mutig ihren Presseverfolgern und den spießigen Deutschen die Stirn bietet und ihr Ding macht.
In den boulevardesken Medien herrscht erste Sichtweise vor, in der Blogosphäre letztere. Beide Ansichten sind meines Erachtens falsch. Einen der besten und ausgewogensten Kommentare zum Thema „Osthoff“ liefert Hans Leyendecker in der SZ.

Nachdem ich „Beckmann“ gesehen habe, muss ich weiterhin sagen, dass die Osthoff einen an der Waffel hat. Ihr penetrant zur Schau gestelltes Nichtangepasstsein nervt mich. Anders sein um des Anderssein willens. Es wirkt auf mich auch lächerlich, weil es aufgesetzt wirkt, weil es verkrampft aussieht, weil sie sich auch damit in Widersprüche verstrickt. Das wäre noch deutlicher geworden, wenn Beckmann es verstanden hätte nachzuhaken oder auf offenkundige Widersprüche eingegangen wäre, die sich in den verschiedenen Interviews der letzten Tage und innerhalb seines Gesprächs mit ihr ergeben haben:

  • mal kannte sie den Fahrer, mal nicht;
  • mal wissen die die Entführer, wer sie ist („Miss Susanne“), mal halten sie sie für eine israelische Spionin;
  • mal redete sie mit den Entführern die dann erkannten, dass sie einen Fehler gemacht hätten und sie möglichst schnell und unversehrt (wegen islamischer Bürgepflicht etc.) zur deutschen Botschaft bringen wollen; ein anderes Mal hat sie ständig Todesängste ausstehen müssen;
  • mal heißt es, sie spricht fließend Arabisch, dann führt sie mit Al-Dschasira ein Interview auf Englisch.

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Onlinebanking nicht empfehlenswert?

„Bei den Sicherheitsproblemen müssen wir uns fragen, ob man den Zahlungsverkehr via Internet überhaupt noch empfehlen kann.“

Das sagt der Verbraucherschützer Hartmut Strube aus NRW und meint damit die Phishing-Attacken der letzten Zeit.

Ich selbst hab ja auch schon Phishingmails bekommen, allerdings waren sie aufgrund fehlender Orthografiekenntnisse der Phisher leicht als Fälschung auszumachen. Die meisten Phishingmails sind ähnlich stümperhaft gemacht. Da frage ich mich, wo das Sicherheitsproblem ist. Es ist wohl in erster Linie der Typ vorm Rechner, der einfach nicht begreift, dass er nie (!) Mails von seiner Bank bekommen wird, in denen er aufgerufen wird, seine PIN und TAN irgendwo einzugeben. Wer zu leichtgläubig oder zu unerfahren oder schlicht zu doof fürs Onlinebanking ist, der soll es halt sein lassen. Achtet man nämlich ein bisschen auf das, was man da mit seinem Geld macht, dann ist das System nämlich relativ sicher. Nicht unsicherer wahrscheinlich, als Bargeld am Geldautomaten abzuheben und an der nächsten Ecke beklaut oder beraubt zu werden.

TV Today ist jetzt TV Spielfilm – und keiner kriegt’s mit

Seit der heutigen Ausgabe 02/06 kommt der Inhalt der Fernsehzeitschrift TV Today nicht mehr von einer eigenen Redaktion, sondern stattdessen wird der Inhalt von der TV Spielfilm geliefert. Im Editorial der TV Today steht davon – nichts. Stattdessen wird ein neues Layout gefeiert und es ist die Rede von „mehr TV Today fürs Geld“.

Es gibt aber sehr viel weniger TV Today. Eigentlich gar keine mehr, sondern nur noch eine TV Spielfilm mit einem anderen Gesicht. Die Leser erfahren nichts davon, dass „unter der Haube“ alles anders ist – außer man guckt ins Impressum und vergleicht das mit der letzten echten TV Today.

Fraglich ist auch, wie sie die Filmbewertungssystem zwischen beiden Fernsehzeitungen kompatibel machen: TV Today hat ein vier-, TV Spielfilm ein dreistufiges Bewertungsschema. Mal abgesehen davon habe ich mir die TV Today abonniert, weil ich mit deren Bewertungen am ehesten übereingestimmt habe.

Trackbackproblem mit WordPress 2.0

Seit dem Upgrade auf 2.0 funktionieren bei mir die Trackbacks nicht mehr. In Version 1.5.x war das kein Problem. Ich setze selten Trackbacks, darum ist mir das jetzt erst aufgefallen. Ich bin aber nicht der einzige mit diesem Problem.

Eine Lösung für das Problem existiert bereits, es ist ein privat gecodeter Patch. Finden kann man ihn hier. Ich habe ihn mal installiert, auch wenn mir nicht wohl bei der Sache war, etwas nicht-offizielles zu installieren. Wer weiß, mit was ich mein WP-Installation verseucht habe. Aber ein Blog ohne Trackback ist auch blöd.

[Lösung gefunden bei Grimmy.de]

Nun doch: Osthoff bei Beckmann

Wenn schon vermutlich Geld für Sie bezahlt wurde, dann hat Deutschland das Recht, Sie mit Mutter unterm Baum, mit Schwester bei Kerner, mit Außenminister bei Christiansen, als Mensch des Jahres bei Jauch und allein in dreistündiger Sondersendung bei Beckmann zu sehen, immer demütig und dankbar, Tränen wären schön. Das alles haben Sie verweigert, und das tut guten Deutschen richtig weh.
Elke Heidenreich über Osthoff in der FAZ [via: Charming Quark]

Susanne Osthoff, zeitweise verschleierte Rebellin, teils wirr redende Rebellin der deutschen Mediengesellschaft, die nur unter größter Überwindung erst dem ZDF, dann RTL und dann dem Stern ein Interview gab, kommt nun endlich zur Vernunft und geht zu Beckmann.

Bei Lichte besehen bleibt nicht viel übrig von der Theorie, Osthoff sei so anders und werde sich den Medien verwehren.

Nachtrag: Das Interview steht auf den Seiten der ARD als Stream bereit.

Verkehrte Last

Langsam entwickelt sich das Blog hier zu einem ALG-II-Blog. Aber sei’s drum.

Hartz IV und damit auch ALG II ist mehr oder minder in die Hose gegangen. Also versucht man, daran rumzuwerkeln und vermutet allerorten Missbrauch. Jetzt mal wieder im Visier: die eheähnlichen Gemeinschaften. Liegt eine solche vor, darf das Einkommen und Vermögen des einen Partners auf das Einkommen des anderen Partners angerechnet werden. Das spart der Arbeitsagentur eine Menge Geld, wenn einer der beiden Partner arbeitet und somit rein rechnerisch das Haushalteinkommen über die Bedürftigkeit hebt.

Solche eheähnlichen Gemeinschaften sind aber schwer nachzuweisen und die Agentur für Arbeit scheitert regelmäßig damit vor Sozialgerichten, wenn sie denken, sie hätten eine eheähnliche Gemeinschaft aufgedeckt. Wenn man mit einem anderen Menschen Tisch und Bett teilt muss man nicht gleichzeitig auch das Konto teilen. Tisch und Bett reichen aber nicht aus, um aus der Partnerschaft gleich eine eheähnliche Gemeinschaft zu machen, zumal die Beweislast beim Leistungsträger, also z.B. der Agentur für Arbeit, liegt.

Um das ändern, hat man jetzt einen Testballon gestartet. Peter Clever fordert, dass man die Beweislast umkehren möge. Sekundiert wird er dabei vom Staatssekretär Jürgen Heike im Sozialministerium aus Bayern, der sich freut, dass Fehlangaben dann Betrug wären und man die Leute dann sogar in den Knast stecken dürfte. Weiterlesen

Rückkehr der Homevideoshows

„Pleiten, Pech und Pannen“ war der Anfang. Der Anfang der angeblich lustigen Homevideoshows. 1986 begann es. Mitte oder Ende der 1990er kam dann der Boom: Homevideoshows auf allen Kanälen. Dann war plötzlich Schluss, keiner wollte den Kram mehr sehen, wie der Tannenbaum umfällt oder das kleine Kind auf die Schnauze fliegt oder der Fahrradfahrer gegen eine Baum fuhr.

Jetzt feiert dieses grauslige Genre Wiederauferstehung. Wiederbelebt hat es ausgerechnet SuperRTL mit „Upps – Die Pannenshow“. Daran kann man erkennen, wie verzweifelt die Sender sein müssen, wenn sie jetzt schon Shows von SuperRTL kopieren. Denn sie tun es. RTL begann Ende des Jahres mit „Upps – Die Superpannenshow“ (schon beim Showtitel versucht man gar nicht erst, die Kreativabteilung von SRTL zu überholen).

Wo RTL ist, will RTL 2 nicht nachstehen. Also hievt man mit „Bitte lachen“ (täglich am Vorabend) ebenfalls eine Homevideoshow ins Programm. Wenn das so erfolgreich wird, sagt sich Kabel 1, wollen wir auch mal so eine tolle Sendung im Programm haben. Voilà, die „Clip Charts“ (ebenfalls täglich am Vorabend) waren geboren. Eddie Cool, der tanzende Eisbär, der die Clips präsentieren soll, sieht aus wie eine Kopie von Backkom, dem tolpatschigen Eisbär.

Behördliche Informationen nur gegen Bares

Beamter 1: „Du, gewöhnliche Leute von da draußen kann jetzt plötzlich hier rein kommen und in unsere Akten gucken. Stell dir mal vor, die können uns jetzt fragen, was wir hier machen.“

Beamter 2: „Was, wieso denn das? Dabei handelt es doch um hochgeheime Amtsgeheimnisse.“

Beamter 1: „Die alten 68er von der letzten Regierung haben aber gesagt, der Bürger hat nun Informationsfreiheit und darf uns in die Akten gucken.“

Beamter 2: „Und das lässt sich nicht mehr verhindern?“

Beamter 1: „Nee, ist ja beschlossen. Und der Schily kann uns auch nicht mehr helfen.“

Beamter 2: „Hmm, dann erheben wir halt so hohe Gebühren, dass die Leute schon Angst haben, sie müssten alleine fürs Fragenstellen schon bezahlen.“

So ähnlich muss das im Vorfeld ausgesehen haben, bevor das Bundesinnenministerium heute die Gebührenverordnung für das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) (PDF) herausgegeben hat. „Mündliche und einfache schriftliche Auskünfte“ sind zwar demnach kostenlos, aber schon alles darüber hinaus muss mit mindestens 30 und maximal 500 Euro erkauft werden.

Man kann sich das gut vorstellen, dass jahrzehntelang obrigkeitsstaatlich arbeitende Beamte sich nicht gerne in ihren heiligen Akten blicken lassen wollen. Und so versucht man von vornherein, die Lust aufs Informieren zu verringern. Wenn man son Bürgerrechtskram schon nicht verhindern kann, dann wenigstens ein bisschen vermiesen. Dass eventuell anfallende Materialkosten bezahlt werden müssen, ist nachvollziehbar, aber dass der Arbeitsaufwand bezahlt werden muss, ist eigentlich ein Witz. Wofür werden denn Steuern bezahlt? Doch wohl auch dafür, dass die arbeitenden Beamten bezahlt werden.

[Das IFG als PDF]

Spammer mit Erfolgskontrolle?

Einige Zeit hatte ich ja Probleme mit Kommentarspam. 70-80 Werbekommentare in wenigen Tagen kamen dann zusammen. Weil immer mindestens 2 Links drin waren, landeten die Kommentare auf der Moderationsseite und erschienen nie im Blog. Scheint fast so, als wenn das ein Suchrobot kontrolliert, ob das Spammen Erfolg hat, denn seit etwa 6 Wochen kommt kein einziger Spam als Kommentar mehr daher.

Upgrade auf 2.0

In letzter Zeit war hier wenig los. Aber wenn ich schon wenig schreibe, dann wenigstens auf der neuesten Version von WordPress. ;-)

Mein kleines Blog läuft nun WordPress 2.0. Das Changelog kann man hier auf Deutsch nachlesen. Es hat sich allerhand getan (darum auch der Versionssprung von 1.5.2 auf 2.0), das wenigste brauche ich allerdings davon.

Das Upgrade ging mit dieser Anleitung problemlos. Da ich aber ein (dezent angepasstes) Kubrick-Theme nutze, musste ich nach dem Upgrade einige .php-Dateien aus meinem Backup zurückspielen, weil das Kubrick-Theme neu ist und ich vorsichtshalber mein altes Theme überschrieben habe (wer weiß, was da sonst nachher für Fehlermeldungen aufpoppen,weil es irgendwo klemmt). Wäre wohl gar nicht nötig gewesen, die von mir veränderten php-Dateien funktionieren jedenfalls problemlos bisher.

Was mir gleich mal negativ aufgefallen ist: Die ausklappbaren Menüs auf der „Schreiben“-Seite nerven, weil sie nur solange aufgeplappt bleiben, bis man die Cookies im Browser löscht. Das tut mein Browser standardmäßig, wenn er geschlossen wird. So muss ich jedesmal z.B. die Kategorien neu aufklappen. Die Schreiben-Seite lädt auch langsamer wegen des neuen AJAX-Krams und der Bildchen für die WYSIWYG-Editor-Toolbar. Meist schreibe ich allerdings eh alles mit Blogdesk, von daher stört es nicht übermäßig.