Wozu Blogs?

…das fragt sich Jens Scholz (wenn auch unnötigerweise auf Englisch). In seinem langen Artikel beschreibt er, warum Blogs (für ihn) wichtig sind.

Ich sehe es ganz ähnlich wie Jens Scholz. Blogs sind Rosinenpicker, die mich auf Neues aufmerksam machen. Dabei entdeckt man je nach Interesse gute Musik, lustige Flashfilmchen oder auch gute Artikel über Politik und Wirtschaft.

Zum anderen sehe ich Blogs als Meinungsbildner. Ich habe hier, sei es durch eigene Kommentare oder durch Verlinkungen auf Kommentare von Zeitungen, eine Vielfalt an Meinungen, wie ich sie ohne Blogs nur schwer erreichen könnte. Außerdem kann jeder Querdenker etwas in sein Blog tippen. Das ist per se weder gut noch schlecht, aber so werden eben auch Meinungen abseits des Mainstreams publik. Das ist zwar nicht neu, aber es war noch nie so einfach wie heute, das zu tun. Blogs lesen ist allemal einfacher (und billiger!) als Zeitungen, Zeitschriften und Nischenmagazine zu kaufen und dann zu lesen. Blogs sind darüber hinaus unabhängig von Werbekunden (man kann jedem ans Bein pissen, wenn man mag) oder Redaktionsvorgaben. Das sorgt für unabhängige und meist auch offen zur Schau gestellte Subjektivität. Das macht für mich den Reiz und den Nutzen von Blogs aus.

Nichtsdestotrotz sollte man die Kirche im Dorf bzw. den Blogger im Netz lassen. Ein gute Information nur über Blogs geht imho nicht, dazu bedarf es einer Tageszeitung und der Tagesschau. Ich lese sehr gerne die umfassende Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung oder die gute Aufbereitung von vermeintlichen Randthemen durch die Taz. Aber Blogs werden auch keinen Journalismus ersetzen. Aber sie erweitern die Möglichkeiten der Meinungsbildung gewaltig. Und das ist gut so.

Nicht zu vergessen ist das Watchblogging, dass erst in den Anfängen steckt, aber mit dem Bildblog über einen gewaltig hellen Leutturm verfügt. Das Bloggen von Menschen direkt aus Krisengebieten könnte ein Weg des citizen journalism sein.

Was da und dort noch kommt von Blogs, bleibt abzuwarten. Allein die nach wie vor geringe Verbreitung ist ein Problem auf dem Weg zu echter Meinungsmacht durch Blogs. Eine faszinierende Sache sind sie allemal, die Weblogs.

P.S.: Interessante Diskussionen zum Thema finden sich auch hier und hier.

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