Popetown darf kommen, Kritiker wollen nicht kommen

Den Antrag des Erzbistums München und Freising einstweilige Verfügung gegen die Sendung Popetown hat das Landgericht München vorhin abgelehnt. Somit kann die Sendung heute wie geplant, inklusive Diskussionsrunde, ausgestrahlt werden.

Das Erzbistum berief sich bei der Klage auf den sog. Gotteslästerungsparagraphen (§166 StGB). Das Gericht sah aber den öffentlichen Frieden durch „Popetown“ nicht gefährdet. Außerdem stellte es klar, dass der §166 nicht in erster Linie dazu dient, Religionen zu schützen, sondern eher dazu, dass das gesellschaftliche Zusammenleben nicht zu sehr gestört wird.

Der Paragraph diene „zuvörderst dem Schutz des öffentlichen Friedens und nicht dem Schutz des einzelnen Gläubigen oder einzelner Religionsgemeinschaften“

10 Minuten vor und 55 Minuten nach Popetown findet eine Diskussion statt. Joachim von Gottberg, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e.V. (FSF), Johannes Vogel, Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen, Dirk Tänzler, Mitglied des Bundesvorstandes des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Smudo von den Fantastischen Vier werden mit Moderator Markus Kavka über Popetown reden. Die heftigsten Kritiker von Popetown allerdings kneifen: CSU und das Erzbistum wollen lieber klagen als diskutieren.

Ist ja auch einfacher, da braucht man sich auch weniger Gedanken über die eigene Position zu machen. Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung könnte ja dazu führen, dass man über das Thema Religion in der Gesellschaft nachdenkt. Wenn sie weiterhin nicht ernst genommen werden will, dann soll die katholische Kirche ruhig so weiter machen. Aber bitte stellt euch hinterher nicht hin und behauptet, ihr würdet den gesellschaftlichen Diskurs suchen. Jetzt entsteht der Eindruck, als würden da unten in der Nähe der Alpen kleine, verbiesterte Religionsfanatiker sitzen, die härtere Gesetze fordern, aber ansonsten nicht bereit sind, am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen.

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