Offener Brief von der Spree an Musikschaffende

Johnny Haeusler vom Spreeblick schreibt den „Musikschaffenden“, also all jenen, die mehr mit Musik zu tun haben als sie zu hören, einen offenen Brief.

Anlass für den Brief ist die Abmahnung für Johnnys CoAutor René Walter. René verlinkt wohl ganz gerne mal interessante Musik und guckt dabei nicht aufs Urheberrecht. Beim Benutzen von Bildern juckt ihn das auch nicht weiter:

Und außerdem – AUSSERDEM! – benutze ich Bilder aus fremden Webseiten, Filmen und Covern wie es mir passt. Ist schließlich in den meisten aller Fälle gute Propaganda fürs Produkt, liebe Wächter.

Meist gehen die Links wohl zu unbekannten Garagenbands, aber ein paar Male hat er wohl urheberrechtlich ins Klo gegriffen – Abmahnung von Rechteverwertern folgte und damit auch eine Honorarrechnung von 778 Euro.

Im offenen Brief geht es in erste Linie darum, dass das Urheberrecht vielfach zu starr und unhandlich ist. Für Blogger ist beim Verlinken von Musik der Urheber bzw. Rechteinhaber nur schwer ausfindlich zu machen. Damit guckt der Blogger bei Links zu und Empfehlungen von neuer Musik und neuen Bands schon mit einem Auge auf die Abmahnung. Johnny weist darauf hin, dass das Verlinken und damit Publikmachen von bis dahin unbekannten Musikern in erster Linie dem Bekanntwerden von Bands dient. Die werden dann auch ab und zu mal richtig bekannt und bringen der Musikindustrie dann auch richtig Geld ein. Also sollen sich doch bitte die Rechteinhaber und -verwerter nicht so kleinlich haben und die kostenlose PR nun auch noch abmahnen oder verklagen. Fürs Image der Musikindustrie ist das nicht gut und führt eher zu weniger Verkäufen als zu mehr.

Johnny appeliert an die „Musiker, Text-Autoren, Komponisten, Musik-Verlage und Labels“, sich nicht mehr in der jetzigen Form von starrköpfigen Rechteverwertungsgesellschaften (IFPI, GEMA, GVL) vertreten zu lassen, die sich „an ihren Produkten […] bereichern“ und durch Abmahnungsquatsch die potentiellen Kunden der Musiker vergraulen.

Leider geht Johnny nur am Rande auf die Untauglichkeit des Urheberechts für Blogs, Foren oder Fanseiten sein. Nur auf die Kulanz der Rechteverwerter zu setzen, das Urheberrecht nicht gar so streng auszulegen, ist mir zu wenig. Ein verändertes Urheberrecht, ein neues Urheberrecht oder die weite Verbreitung von Creative-Common-Lizenzen schüfe hier mehr Rechtssicherheit.

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