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	<title>Kommentare zu: Dann recherchiert halt mehr!</title>
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	<description>Gedachtes, Gemeintes und Reflektiertes</description>
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		<title>Von: Tobias</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2006/10/24/dann-recherchiert-halt-mehr/comment-page-1/#comment-3444</link>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2006 15:42:44 +0000</pubDate>
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		<description>Aber wo bleibt denn da die Pressefreiheit, wenn sich auf solche Spielchen einlässt? Wenn man sich alles absegnen und alles bestätigen lässt, dann entsteht bei mir der Eindruck der Mauschelei, bei der Politiker und Behörden die Berichterstattung abnicken.
Die Presse hat die Pflicht, Vorgänge der Politik zu beleuchten und darüber zu berichten und Politiker wollen ihre Politik über die Presse verkaufen. Wer nicht zusammenarbeitet, hat im wahrsten Sinne des Wortes eine schlechte Presse und wird nicht wiedergewählt. Im Prinzip liegen doch alle Trümpfe bei der Presse. Vielleicht seh ich das auch alles zu idealistisch. Vielleicht müssen auch per Gesetz Behörden und Ämter zur Zusammenarbeit mit der Presse verpflichten, wenn sie es von sich aus nicht tun.
Und dann hätte ich gerne mehr investigativen statt Kuscheljournalismus in Deutschland, bei dem man sein Ohr möglichst nah am Politiker haben will und ihn dafür in Ruhe lässt.

Wenn ich sowas im Taz-Artikel lese,
&lt;blockquote&gt;Der inzwischen eingeschaltete Leiter der Pressestelle konterte mit dem Hinweis, ein derartiger Schritt werde den Rauswurf der taz aus allen &quot;Hintergrundkreisen&quot; bedeuten, auf welche die SPD Einfluss habe. In diesen Runden informieren Politiker meist vorab und vertraulich Journalisten, die persönlich eingeladen werden.&lt;/blockquote&gt;
dann muss man doch sagen, dass sich die Presse mit diesen Mauschelzirkeln selbst in eine Abhängigkeit gebracht hat. Wer in der Öffentlichkeit außerhalb der Journalistenkreise weiß denn von solchen &quot;Hintergrundkreisen&quot; und wie dort Nachrichten gemacht werden? Hier hat sich doch die Presse selbst korrumpiert und jammert dann hinterher, wenn die Informationen nicht in der gewohnten Weise fließen. Das ist ja auch einfacher als Recherchearbeit.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aber wo bleibt denn da die Pressefreiheit, wenn sich auf solche Spielchen einlässt? Wenn man sich alles absegnen und alles bestätigen lässt, dann entsteht bei mir der Eindruck der Mauschelei, bei der Politiker und Behörden die Berichterstattung abnicken.<br />
Die Presse hat die Pflicht, Vorgänge der Politik zu beleuchten und darüber zu berichten und Politiker wollen ihre Politik über die Presse verkaufen. Wer nicht zusammenarbeitet, hat im wahrsten Sinne des Wortes eine schlechte Presse und wird nicht wiedergewählt. Im Prinzip liegen doch alle Trümpfe bei der Presse. Vielleicht seh ich das auch alles zu idealistisch. Vielleicht müssen auch per Gesetz Behörden und Ämter zur Zusammenarbeit mit der Presse verpflichten, wenn sie es von sich aus nicht tun.<br />
Und dann hätte ich gerne mehr investigativen statt Kuscheljournalismus in Deutschland, bei dem man sein Ohr möglichst nah am Politiker haben will und ihn dafür in Ruhe lässt.</p>
<p>Wenn ich sowas im Taz-Artikel lese,</p>
<blockquote><p>Der inzwischen eingeschaltete Leiter der Pressestelle konterte mit dem Hinweis, ein derartiger Schritt werde den Rauswurf der taz aus allen &#8220;Hintergrundkreisen&#8221; bedeuten, auf welche die SPD Einfluss habe. In diesen Runden informieren Politiker meist vorab und vertraulich Journalisten, die persönlich eingeladen werden.</p></blockquote>
<p>dann muss man doch sagen, dass sich die Presse mit diesen Mauschelzirkeln selbst in eine Abhängigkeit gebracht hat. Wer in der Öffentlichkeit außerhalb der Journalistenkreise weiß denn von solchen &#8220;Hintergrundkreisen&#8221; und wie dort Nachrichten gemacht werden? Hier hat sich doch die Presse selbst korrumpiert und jammert dann hinterher, wenn die Informationen nicht in der gewohnten Weise fließen. Das ist ja auch einfacher als Recherchearbeit.</p>
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		<title>Von: marcc</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2006/10/24/dann-recherchiert-halt-mehr/comment-page-1/#comment-3443</link>
		<dc:creator>marcc</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2006 15:15:36 +0000</pubDate>
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		<description>Ich kann da auf eine TAZ-Geschichte von 2003 verweisen:
&lt;blockquote&gt;&lt;a href=&quot;http://www.taz.de/pt/2003/11/28/a0135.1/text&quot;&gt;Üblich ist zwischen Politikern und Reportern, dem Interviewten die schriftliche Fassung des Gespräches zur Freigabe vorzulegen. Unüblich war hingegen der Besuch, den der taz-Korrespondent bekam, als er auf der Pressetribüne die Tonbandaufnahme abtippte. Eine Mitarbeiterin des [SPD-]Generalsekretärs legte ihm nahe, die Druckfassung &quot;zu entschärfen&quot;, andernfalls werde Scholz die Freigabe verweigern.&lt;/a&gt;&lt;/blockquote&gt;

Die TAZ entschloss sich damals das publik zu machen, aber vermutlich läuft das öfters so. Und jedesmal seine Quellen und Kontakte aufs Spiel zu setzen? Für etwas was sowieso vergessen wird?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann da auf eine TAZ-Geschichte von 2003 verweisen:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.taz.de/pt/2003/11/28/a0135.1/text">Üblich ist zwischen Politikern und Reportern, dem Interviewten die schriftliche Fassung des Gespräches zur Freigabe vorzulegen. Unüblich war hingegen der Besuch, den der taz-Korrespondent bekam, als er auf der Pressetribüne die Tonbandaufnahme abtippte. Eine Mitarbeiterin des [SPD-]Generalsekretärs legte ihm nahe, die Druckfassung &#8220;zu entschärfen&#8221;, andernfalls werde Scholz die Freigabe verweigern.</a></p></blockquote>
<p>Die TAZ entschloss sich damals das publik zu machen, aber vermutlich läuft das öfters so. Und jedesmal seine Quellen und Kontakte aufs Spiel zu setzen? Für etwas was sowieso vergessen wird?</p>
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		<title>Von: Tobias</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2006/10/24/dann-recherchiert-halt-mehr/comment-page-1/#comment-3440</link>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2006 12:49:14 +0000</pubDate>
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		<description>Gibt es in Deutschland gegenüber der Presse keine Auskunftspflicht?

Ich wünschte mir, dass die Presse mangelnde Zusammenarbeit der Behörden öffentlich machen würde. 

&lt;blockquote&gt;So kann man beispielsweise durch erst in letzter Sekunde authorisierter Interviews jede Menge Dinge machen, da man nicht mehr die Zeit hat das alles durchzulesen und zu entscheiden es so auf keinen Fall zu drucken.&lt;/blockquote&gt;
Auf solche Spielchen sollte sich die Presse imho gar nicht einlassen. Dann gibt&#039;s halt das Interview nicht. Ist das für die Auflage so entscheidend? Sind nicht eher die selbstrecherchierten Geschichten die am besten laufenden?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es in Deutschland gegenüber der Presse keine Auskunftspflicht?</p>
<p>Ich wünschte mir, dass die Presse mangelnde Zusammenarbeit der Behörden öffentlich machen würde. </p>
<blockquote><p>So kann man beispielsweise durch erst in letzter Sekunde authorisierter Interviews jede Menge Dinge machen, da man nicht mehr die Zeit hat das alles durchzulesen und zu entscheiden es so auf keinen Fall zu drucken.</p></blockquote>
<p>Auf solche Spielchen sollte sich die Presse imho gar nicht einlassen. Dann gibt&#8217;s halt das Interview nicht. Ist das für die Auflage so entscheidend? Sind nicht eher die selbstrecherchierten Geschichten die am besten laufenden?</p>
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		<title>Von: marcc</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2006/10/24/dann-recherchiert-halt-mehr/comment-page-1/#comment-3437</link>
		<dc:creator>marcc</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2006 09:21:09 +0000</pubDate>
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		<description>Problem ist bei einigen Sachen aber auch, dass man eine Antwort der Stadt-, Landes- oder Bundesregierung braucht, um seine Geschichte schreiben zu können. Wenn die aber geschickt sind, dann reagieren die erst, wenn es zu spät ist, d.h. entweder hält man die Druckpressen an oder lässt es gleich bleiben. So kann man beispielsweise durch erst in letzter Sekunde authorisierter Interviews jede Menge Dinge machen, da man nicht mehr die Zeit hat das alles durchzulesen und zu entscheiden es so auf keinen Fall zu drucken. Schließlich will man die Geschichte für die Sendung, das Heft oder seine Zeitung, damit es nicht nächste Woche kalter Kaffee ist.

Und was will man berichten, wenn die mit einem nicht mehr reden wollen? Wenn man die einzige Zeitung vor Ort ist mag das gehen. Wenn aber einem freinen Mitarbeiter die einzige Zeitung vor Ort bestimmte Aufträge nicht mehr gibt, weil sich die Stadt beschwert hat, dann wird es schwierig für den Einzelnen. Denn selbst wenn einer so unverzichbar brilliant scheint, so könnte ich mir vorstellen, dass es auf die paar Karat nicht ankommt.

Blöde Situation, ein Arbeitgeberarbeitsmarkt gefährdet nunmal die Demokratie.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Problem ist bei einigen Sachen aber auch, dass man eine Antwort der Stadt-, Landes- oder Bundesregierung braucht, um seine Geschichte schreiben zu können. Wenn die aber geschickt sind, dann reagieren die erst, wenn es zu spät ist, d.h. entweder hält man die Druckpressen an oder lässt es gleich bleiben. So kann man beispielsweise durch erst in letzter Sekunde authorisierter Interviews jede Menge Dinge machen, da man nicht mehr die Zeit hat das alles durchzulesen und zu entscheiden es so auf keinen Fall zu drucken. Schließlich will man die Geschichte für die Sendung, das Heft oder seine Zeitung, damit es nicht nächste Woche kalter Kaffee ist.</p>
<p>Und was will man berichten, wenn die mit einem nicht mehr reden wollen? Wenn man die einzige Zeitung vor Ort ist mag das gehen. Wenn aber einem freinen Mitarbeiter die einzige Zeitung vor Ort bestimmte Aufträge nicht mehr gibt, weil sich die Stadt beschwert hat, dann wird es schwierig für den Einzelnen. Denn selbst wenn einer so unverzichbar brilliant scheint, so könnte ich mir vorstellen, dass es auf die paar Karat nicht ankommt.</p>
<p>Blöde Situation, ein Arbeitgeberarbeitsmarkt gefährdet nunmal die Demokratie.</p>
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