Einmal mehr: „Killerspiele“ und Journalismus

Das scheint keine gute Kombination zu sein: Computerspiele und Journalisten. „Hart aber fair“, „Kontraste“ und jetzt „Panorama“.

Das Prinzip ist beim im Panaroma-Beitrag das bekannte: einseitig kommen nur Kritiker der Spiele zu Wort, die gezeigten Bilder sind oft aus nicht in Deutschland erhältlichen oder FSK-18-Versionen des Spiels oder aus mit Patches extrabrutal gestalteten Versionen, die Spiele und ihre Ziele werden fehlerhaft beschrieben. Eine Einordnung der Bilder findet nicht statt, eine Abgrenzung zwischen den Versionen (ab 16, ab 18, ausländisch, mit Patch) findet nicht statt.

Und das alles trifft auf ein Publikum, das vom Alter her (45+) keine praktische Berührung mit dem Thema Computerspiel haben dürfte. Ähnlich wie die am heftigsten krakelenden Politiker. Umso mehr glaube ich nicht daran, dass es den Journalisten um eine ernste Berichterstattung geht. Es geht wohl mehr um eine mit missionarischem Eifer umgesetzte Stimmungsmache.

Nachtrag (01.03.07): Es kam in Beiträgen von „Panorama“ zu einer leicht anrüchigen Häufung der Zusammenarbeit mit der Firma Pan Amp. Man muss nicht gleich Schleichwerbung wittern, aber man kann sich wundern, warum man den Chef einer Firma, die allerlei Internetfilter anbietet, als Experten präsentiert. Dafür gibt es sicher auch Journalistenkollegen oder den ein oder anderen Wissenschaftler.

Familienpolitik: Wenn der Fetisch längst Realität ist

Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, hält die Forderungen von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) für «kinderfeindlich und ideologisch verblendet». Was sie plane, sei «schädlich für Kinder und Familien und einseitig auf eine aktive Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern fixiert.

»Die Denkmuster erinnerten an die Ideologie der staatlichen Fremdbetreuung von Kindern in der DDR, sagte der Bischof weiter. Die Doppelverdiener-Ehe werde geradezu zu einem «ideologischen Fetisch» erhoben.
(netzeitung, 22.02.07)

Die Frau von der Leyen plant, bis 2013, also innerhalb der nächsten 6 Jahre, die Anzahl der Kitaplätze für 2- und 3-Jährige von 250.000 auf 750.00 zu erhöhen. Damit möchte sie für 35%, also für gut ein Drittel, der Kleinkinder Betreuungsangebote einrichten. 65%, also die deutliche Mehrheit der Kinder, müssten von ihren Eltern (meist: der Mutter) zu Hause betreut werden.

Bei diesen Zahlen muss man erstmal drauf kommen, eine DDR-Betreuung und Fixierung auf erwerbstätige Mütter herauszulesen.

Die Doppelverdiener-Ehe wird auch nicht zum Fetisch erhoben. Das braucht sie gar nicht. Das ist nämlich schon Realität. Entweder weil a) die Frauen gerne arbeiten wollen oder b) arbeiten müssen, da ansonsten das Geld nicht reicht.
Die Alleinverdiener-Ehe ist ein Modell der alten Bundesrepublik, mit sicheren und gutbezahlten Arbeitsplätzen für die Mittelschicht. Die gibt es im Osten nur sehr selten und im Westen immer weniger. Die zahlenmäßig vorsichtige Ausweitung der Kinderbetreuungsplätze ist nur die viel zu langsame Annäherung an die realen Bedürfnisse.

Sollen doch die Familien selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in Kitas geben. Wer die Wahlfreiheit ernst nimmt, der kann eigentlich nichts gegen neue Kitaplätze haben. Es sei denn, der ideologische Fetisch, bei dem einer Frau nur die Mutterrolle hat, soll verteidigt werden.

Readers Edition: Hier darf Eigenwerbung gemacht werden

Kann bitte jemand die neuen Moderatoren der Readers Edition (RE) zur Vernunft bringen? Unter Bürgerjournalismus verstehe ich jedenfalls keine als Nachricht getarnte Eigenwerbung.

Im Artikel „Hier darf ‚gepusht‘ werden“ wird das Portal Newsider (newsider.de) als „Web 2.0 Community“ beschrieben. Autorin des Beitrages und Betreiberin des beschrieben beworbenen Portals sind ein und die selbe Person.
Sowas nennt sich dann eigentlich Pressemitteilung oder Werbung und sollte als solche gekennzeichnet werden. Noch nicht mal einen Hinweis (Disclaimer), dass Autor des Beitrags und Betreiber des Portals identisch sind, gibt es. Der Artikel steht da, als wäre es ein ganz normaler Nachrichtentext.

Am 19. Februar gab es schon mal einen Artikel über Newsider. Der ist aber jetz weg. Der Googlecache kennt ihn noch. Die letzten beiden Absätze sind in beiden Artikel gleich, der Rest ist neu bzw. neu formuliert. Offenbar hat beim ersten Artikel ein Moderator kalte Füße bekommen und den Beitrag entfernt. Warum allerdings der inhaltlich vollkommen gleichartige Artikel zwei Tage später wieder online gehen darf, ist das Geheimnis der RE.

Nachtrag:  Das hier ist alles nur unqualifiziertes „Blogschnattern“. Will man die RE kritisieren und über Bürgerjournalismus schreiben, dann muss man ganz bestimmte Qualifikationen haben.

Sicherheitsgesetze: Evaluierung bitte

Wie wäre es, wenn bei allen neu beschlossenen oder gewünschten sog. Sicherheitsgesetzen eine Evaluation stattfände? Jedes Gesetz wird ja damit begründet, dass man es unbedingt braucht, weil man sonst zusehen muss, wie der Terrorist dieses Land unterwandert und dann in die Luft jagt.

Das müsste sich ja im Nachhinein nachweisen lassen. Wieviele Terroristen wurden überwacht, überführt und gefasst, wieviele bei der Planung oder Ausführung von Anschlägen behindert?

Ich könnte mir vorstellen, dass sich hinterher, also nach ein paar Jahren, alles als heiße Luft heraustellt. Bessere Argumente gegen freiheitsbeschränkende Sicherheitsgesetze kann ich mir kaum vorstellen. Natürlich muss die Evaluierung von unabhängiger Seite geschehen und nicht von denen die das Gesetz ausführen und ggf. verschärfen wollen. Sonst kann man sich das auch schenken.

WordPress beschleunigen durch Datenbankoptimierung

Vor einigen Tagen habe ich in 3 Tabellen insgesamt über 300kB Überhang aus der Datenbank gelöscht. 300kB sind nicht viel, aber immerhin gut 10% der Datenbankgröße. Seitdem fühlt sich mein Blog schneller an, der Seitenaufbau ist flotter. Rein subjektiv jedenfalls.

WP läuft in dieser Datenbank seit der Installation im Juni 2005. Seitdem habe ich nichts dran verändert. Ich hab auch keine Ahnung von Datenbanken, also lass ich auch die Finger davon. Mit der „Optimieren“-Funktion in phpMyAdmin kann man aber nix weiter falschmachen – hab ich gelesen. Also hab ich da mal draufgeklickt.
Vorher hatte ich ein Backup gemacht. Sicher ist sicher.

Der Überhang ist ungenutzer, aber reservierter Speicher. Im Prinzip stelle ich mir das laienhaft mal so vor: Eine Tabelle mit Überhang ist fragmentiert wie eine Festplatte, auf der auch ständig was gelöscht und neu beschrieben wird. Die Defragmentierung beschleunigt die Arbeit der Festplatte, weil die chaotische Datenspeicherung geordnet wird. So ähnlich ist das vielleicht auch bei einer Datenbank.

Kann natürlich auch alles Zufall sein und mein Provider hat die Konfiguration des Servers geändert.

Verschlüsselt mobiltelefonieren

Warum führt ein Mehr an Überwachung von Wohnungen und der Telekommunikation nicht unbedingt zu besserer Sicherheit? Weil die bösen Buben wissen, wie man dem entgehen kann. Und dazu müssen sie nicht einmal zur Frickelsoftware greifen. Das gibt es alles – gegen gutes Geld – im Handel zu kaufen.

Möchte ein User ein verschlüsseltes Gespräch mit einem anderen Cryptophone-Inhaber führen, wählt er den Eintrag im Adressbuch aus und drückt einen speziellen Knopf. Dadurch wird eine Datenverbindung aufgebaut, über die zunächst nach dem Diffie-Hellman-Verfahren (4096 Bit) ein Schlüssel ausgetauscht wird. Das Gespräch selbst wird in einen Datenstrom umgesetzt, der mit einem Wert verschlüsselt wird, der mit je einem 256 Bit starken AES- und Twofish-Algorithmus gewonnen wird.

sueddeutsche.de mit Social Bookmarking

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hängt seit kurzem Social-Bookmark-Dienste an ihre Artikel hinten ran. Verlinkt sind Mr.Wong, Yigg, Linkarena, Google (!), Webnews und Folkd.

sz bookmarking

Mr.Wong und Yigg sagen mir was, Linkarena, Webnews und Folkd nicht. Google ist kein Social Bookmarkdienst, sondern meines Wissens eine Suchmaschine und noch viel mehr.

Die SZ macht aber halbe Sachen: Einen direkten Bookmarklink, in dem dann die URL zum Bookmark gleich mit drin ist, gibt es nicht. Es sind nur die Startseiten verlinkt. Nachtrag: Das stimmt so nicht. Die Adresse wird mit übertragen, allerdings muss man sich vorher beim jeweiligen Dienst eingeloggt haben, sonst landet man auf der Startseite.

Dabei ist gerade diese Funktion des direkten Bookmarking mit einem Klick der Sinn der kleinen Buttons. Die Adresse der Startseite kann ich auch noch selbst in die Adressleiste tippen.

„Die Zeit“ und das Handelsblatt bieten jetzt auch Social Bookmarks an. Auch hier sind wieder nur die Startseiten der jeweiligen Dienste verlinkt. Hier funktioniert es wie bei der SZ.

Click-a-Captcha: Neues gegen Kommentarspam

Seit heute ist hier wieder ein neues Kommentarspamverhinderungsplugin im Einsatz: Click-a-Captcha. Das Plugin hat Ralf geschrieben und wurde ursprünglich als Botsperre für Kontaktformulare entwickelt.

Ein einfaches Häkchen stellte für manche Bots keine Hürde dar. Eine richtige Auswahl aus einem nichtmaschinenlesbaren Bild heraus zu treffen, dürfte hinreichend schwierig sein, so dass sich Kommentarspam auf Zufallstreffer beschränkt.
Für diejenigen, die kommentieren wollen, fällt das nervige Entziffern des Captcha-Feldes und das Eintippen von sinnlosen Buchstaben- und Zahlenfolgen weg. Das ist es, das ich an Captchas störend finde und deshalb nie eingesetzt habe.

Schlafmangel

Anhaltender Schlafmangel kann dumm, dick und krank machen.

„Moderne Menschen schlafen im Durchschnitt etwa eine Stunde weniger als vor 20 Jahren. Vielleicht sind viele unserer sogenannten Zivilisationskrankheiten langfristige Folgen dieses Trends“, sagt die Basler Chronobiologin Anna Wirz-Justice.

Zählt Dummheit auch zu den Zivilisationskrankheiten? Schlafmangel könnte ja so manches erklären…

Deckenfluter-Geschichten

… gibt es drüben in Tom’s kuschligem Diner. Zur Zeit sogar bei Kerzenlicht.

Mein Deckenfluter mit Schnurdimmer, der noch aus meinem Zimmer bei meinen Eltern stammt, tut heute übrigens seinen Dienst in der Wohnung meiner Freundin.
Bei mir selbst werkelt ein Deckenfluter mit Drehknopfdimmer (?). Der Dimmer ist in der Lampe integriert. Da kann man keine Kabel abreißen und nichts fallenlassen. Wenn der Dimmer über die Wupper geht, ist allerdings auch die ganze Lampe ein Fall für den Sperrmüll.