WordPress.org überfordert?

Beim Release von WordPress 2.1 versprach man einen neuen Veröffentlichungsmodus: mehrmals im Jahr sollte es ein großes Update geben:

[…] we’ve decided to shift to a more frequent release schedule like Ubuntu, with major releases coming several times a year. So, for the first time in WordPress’ history, I have an answer to when the next version is coming out: April 23rd

Guckt man sich die Roadmap an, dann hat man den Mund wohl ein bisschen zu voll genommen, wie mir scheint. Die Bugfixversion ist 5 Tage überfällig und gerade mal zu 17% fertig (43 ausstehende Tickets). Das nächste große Update, Version 2.2, soll in knapp 5 Wochen erscheinen und ist erst zu 25% fertig. 312 (!) Tickets warten auf Fertigstellung.

Nimmt man sich bei WordPress.org zuviel vor? Ist das Entwicklerteam überfordert? Ist der Code mittlerweile so komplex, dass das Bugfixing so lange dauert? Macht sich der Weggang einiger Entwickler hin zum Projekt Habari bemerkbar?

Eigentlich will auch gar nicht so sehr meckern. Es ist ja nicht so, dass sich bei WP nichts mehr tut. Nur die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Releases fallen mir ins Auge.

Unlogisches Sicherheitsgeschwafel

In einer Rede (PDF-Datei) vor dem 10. europäischen Polizeikongress in Berlin war BKA-Präsident Jörg Ziercke ausführlich auf den Fall der „Kofferbomber“ eingegangen. Sie dienten Ziercke als Beispiel für die dringende Notwendigkeit von Online-Durchsuchungen verdächtiger Rechner.
(heise online, 08.03.07 )

Das Beispiel des Herrn Ziercke eignet sich wunderbar als Beispiel zur Demonstration seiner Unlogik: Von den mutmaßlichen Kofferbombern wusste man im Vorfeld doch gar nichts. Da hätten alle neuen schon eingeführten oder gewünschten Überwachungsmaßnahmen eben gar nichts gebracht. Es gab keine Verdächtigen, somit kann dieser Fall auch nicht als Beispiel für eine Notwendigkeit zur Onlinedurchsuchung Verdächtiger herhalten. Zierckes Beispiel wäre eher eine Begründung dafür, warum man alle Bundesbürger in Echtzeit überwachen müsste.

Unlogik in der Argumentation um vorgebliche Sicherheit ist aber nix neues .

Wieder online – Teil 2

Nachdem es mit meinem Server Probleme gab, hat mir mein Hoster angeboten, auf einen anderen Server umzuziehen. Dort soll alles besser und neuer sein. Ich hoffe, dass nun keine Daten mehr verschwinden.

Neuer ist auf jeden Fall die installierte Software. Ob nun alles besser ist, weiß ich noch nicht. Zur Administration des Hostingpaketes hab ich kein Confixx mehr, sondern nur Adminflex – offenbar ein Eigengewächs meines Hosters. Die Oberfläche ist anders, die Ordnerstruktur ist anders (der Ordner „html“ ist nicht mehr das Rootverzeichnis wie vorher, sondern ein eigenständiges Unterverzeichnis), der Datenbankserver hat eine IP (und heißt nicht mehr „localhost“ wie vorher), die man in der Configdatei von WordPress eintragen muss. Die von mir häufg genutzte Ein-Klick-Backup-Funktion (und damit auch die Ein-Klick-Backup-Zurückspielen-Funktion) gibt es leider nicht mehr.

Nach dem Exportieren und dem Importieren der alten MySQL-Datenbank sah alles auf den ersten Blick normal aus. Auf den zweiten dann schon nicht mehr. Einige Sonderzeichen und Umlaute waren durch Fragezeichen ersetzt worden. Richtig schlimm wurde das Problem, wenn ich einen Beitrag editieren wollte: dort waren dann alle Sonderzeichen und Umlaute zu Fragezeichen mutiert.
Ein Basteln an den Kollationen (hat irgendwas mit dem Zeichensatz zu tun) brachte keine Verbesserung und so richtig wusste ich auch nicht, was ich da tat. Meine frühere Version von PhpMyAdmin hatte keine Kollationeinstellung, ich konnte also nichts vergleichen.

Ich hab die Datenbank dann nochmal neu importiert. Diesmal habe ich dabei als Zeichensatz „Latin1“ und beim Kompatibilitätmodus „MYSQL40“ gewählt. Danach war alles wunderbar, alle Sonderzeichen und Umlaute wie gehabt. Der erste Serverumzug ist damit geschafft.

Wieder online

Seit Donnerstag (Mittag? so gegen 12 hab ich das erste Mal aufs Blog geguckt) war das Blog nicht zu erreichen: weiße Seite oder ein 403-Forbidden-Fehler. Den Grund dafür wüsste ich auch gerne. Mein Hoster (nodeeps), den ich im Verdacht hatte und weiterhin habe, weiß von nix und kann mir auch nicht helfen. Ich solle mit einem FTP-Programm auf meinem Server „melden“ und dann „schauen, warum die Webseite nicht funktioniert“. Gut, hab ich gemacht. War nix zu erkennen, Rechte sind alle korrekt gesetzt. Ich hatte daran in letzter Zeit auch nichts dran verändert, trotzdem ging von heute auf morgen mein Blog nicht mehr.

Auch meine ungenutzte Domain tobias-haase.de zeigte einen 403-Fehler. Der Grund war eine fehlende index.html im Root-Ordner, die dort immer liegt, immer lag und nun plötzlich weg war. War wohl der Grund für die fehlende Erreichbarkeit dieser Domain. Wie die index.html plötzlich und über Nacht verschwinden kann, ist mir ein Rätsel.

Ebenso rätselhaft: plötzlich war meine index.php von WordPress leer war. Normalerweise stehen da auch nur 5 Zeilen Code, aber jetzt war plötzlich gar nichts mehr drin. Seltsam, wie sowas über Nacht passieren kann.

Mein Hoster hat definitiv am Server gearbeitet, die Version von phpMyAdmin wurde geupdated. Möglicherweise ging dabei war schief?! Wäre ja nicht das erste Mal, dass ein paar Daten vom Server verschwinden.

Ich hab jetzt mein Backup vom 6. März eingespielt (wie passend, dass gerade letzte Woche Backup-Woche war), die fehlenden Beiträge konnte ich glücklicherweise mit Blogdesk nochmal erstellen. Pingbacks und Trackbacks sind allerdings verloren.

Klickvieh, dummes

Auf die Links in Spammails klickt eh keine Sau? Wohl doch nicht:

In einer Umfrage der „Business Software Alliance“ aus dem Jahr 2004 wurden Internetnutzer gefragt, ob sie schon mal Produkte gekauft oder Dienstleistungen genutzt haben, die in einer Spam-Mail beworben wurde. 43 Prozent der Befragten in Deutschland antworteten mit: „Ja“.

Gemeint ist wohl diese Studie (PDF) vom Dezember 2004. Die Zahl von 43% finde ich dort zwar nicht, die nach Bereichen (Software, Kleidung, Porno, Gesundheit) aufgeschlüsselten Werte liegen zwischen 29 und 12 Prozent.
Nehmen wir mal an, dass einige Leute seit Ende 2004 schlauer geworden sind und nicht mehr auf Spam reagieren. Eine Umfrage heute würde dann vielleicht nur noch 25% Spamklicker ergeben. Selbst bei 1% lohnt es sich dann immer noch. So eine Mail kostet ja nix. Jetzt wundert mich gar nix mehr.

Da greif ich mir doch an den Kopf. Das Postfach ist voll mit Müll, das Blog wird mit Spam überflutet und das nur, weil einige Leute zu doof sind zu kapieren, dass sie weder Viagra noch legale Software für ein Handvoll Euro Dollar bekommen.

Es bringt wohl nix, hier zu sagen, dass ihr aufhören sollt mit dem Scheiß, Dinge aus Spammails zu bestellen. Wer Blogs liest, der tut sowas nicht. Oder doch?!

Sexualstraftäter an den Pranger

Ja, sowas gibt es in den USA schon. Hätte der sächsische Innenminister Brutalo Buttolo nun auch gerne in Sachsen:

Buttolo forderte unter anderem die Einrichtung einer für jedermann zugänglichen Sexualstraftäterdatei. Zudem sollen Umzüge künftig für die Polizei nachvollziehbar sein durch einen entsprechenden Datenfluss vom kommunalen Meldesystem in das polizeiliche Auskunftssystem. Ferner soll die Polizei das Recht erhalten, bei der Suche nach einem Opfer die Wohnungen von Sexualstraftätern sofort betreten zu können.

Buttolo geht davon aus, dass die vorgestellten Maßnahmen auf politischen Widerstand stoßen. Aus seiner Sicht ist jedoch die Privatsphäre rechtskräftig verurteilter Straftäter hinten anzustellen. Der Schutz von potenziellen Opfern habe Vorrang, betonte der Minister.

Nicht dass solche Vorschläge irgendwie Aussicht auf Erfolg hätten. Nein, die Front der Ablehnung könnte kaum größer sein (Datenschützer, Justizminister, Abgeordnete, Gewerkschaft der Polizei). Solche Leute wie den Buttolo mit seiner seltsamen Rechtsauffassung muss sich aber merken.

Auch Sexualstraftäter haben nach ihrer Entlassung ihre Strafe abgesessen und sind dann freie Bürger dieses Landes. Man braucht auch nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie das Leben einen solchen Straftäters dann aussieht, wenn bekannt wird, wo er wohnt und was er getan hat.

„Aber es geht doch um die Kinder.“ Die viel größere Gefahr droht denen aus ihrem persönlichen Umfeld (Verwandte, Bekannte), denn von dort kommen die allermeisten (ca. 90%) Täter. Sich auf die medial gepushten Rückfalltäter einzuschießen, täuscht Aktionismus vor, bringt aber wohl kaum signifikante Ergebnisse in der Opferprävention. Gerade weil die Täter zumeist aus dem persönlichen Umfeld kommen, wird man staatlicherseits niemals zu guten Präventionsergebnissen kommen.
Vermutlich soll dieser Aktionismus auch davon ablenken, dass die fachliche Betreuung von Tätern recht schlecht in Deutschland ist. Für bessere Betreuung braucht man aber Gutachter und Therapeuten. Die Kosten Geld und das hat man nicht oder will man nicht ausgeben. Stattdessen gibt es Brot und Spiele für die geifernde Bevölkerung.

Das Blog, der Kommerz, der äußere Zwang

Der René von Nerdcore darf für 4 Tage in ein Hamburger Designer-Hausboot ziehen, um dort die neue Playstation 3 (PS3) auszuprobieren. Dafür zahlt Sony „ein Monatsgehalt“ plus PS3 plus Playstation Portable (PSP).

Hat René damit das Bloggen verraten, die Blogosphäre? Nö, hat er nicht. Aber in den Augen seiner Leser (ich bin seit einigen Monaten einer davon) hat er vielleicht seine Ideale verraten. Der René, der macht ja gerne einen auf antikommerziellen Rebell und vor nicht mal einem Jahr fand er Werbung auch noch total doof. Da war von „vor einen Karren spannen lassen“ und von „keine Werbung ins Blog kacken“ die Rede. (Sven von der Thüringer Blogzentrale stellt von Worte von damals und heute gegenüber.)
Bei dem Mathias Winks oder dem Nils Bokelberg stört sich keiner dran, dass die für Sony bloggen. Die bloggen eh für jeden (Opel, Coca-Cola), der mit ein paar Scheinen winkt und ansonsten keine kleinen Kinder frisst.

Noch pappt der René an seine von Sony für ein Monatsgehalt (1000 Euro, 1500, 2000?) gekauften Beiträge einen großen Button dran. So kann man gleich sehen, dass es Werbung PR ist. Das ist aber auch das Mindeste, dass man erwarten darf, wenn man noch glaubwürdig bleiben will.
Was hindert René daran, seine Meinung über diese Disclaimer-Buttons nicht in ein paar Monaten wieder zu ändern, wenn ein Angebot von – sagen wir: fünf – Monatsgehältern auf dem Tisch liegt?

Nichts.

Eben das ist das Problem. Bloggen stand und steht für mich für eine andere Art des Schreibens. Schreiben ohne äußere Zwänge, ohne äußere Einflussnahme auf Inhalt und Richtung der Beiträge.

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Europa-Beamte in Unternehmen

Nein, diesmal geht es nicht darum, dass hochrangige Politiker und Beamte in gutbezahlte Positionen in der Wirtschaft wechseln. Diesmal geht es darum, dass EU-Beamte des Bereiches „Unternehmen und Industrie“ Praktika in kleineren Unternehmen machen, um Einblick in den Alltag zu bekommen.

Das finde ich mal eine gute Idee. Sowas würde deutschen Beamten auch guttun. Und deutschen Politikern und Journalisten. Einblick in den Alltag der Menschen. Man muss das nicht mal auf Praktika in Unternehmen beschränken. Je nach Tätigkeitsbereich kann man die Leute auch in Kitas, Schulen, Hochschulen oder Altersheime schicken.

Ein Rendezvous mit der Realität sozusagen.

Mütter sollen zuhause bleiben, weil die Krippe gut ist und es am besten ist, wenn beide arbeiten gehen

dtltrend familie

Kann mir jemand erklären, wie die obigen widersprüchlichen Aussagen (aus dem „Deutschlandtrend“ der ARD) zustande kommen?

78% der Menschen sagen, dass eine Auszeit im Beruf kaum möglich ist. Soll wohl heißen: das ist nicht förderlich für die berufliche Zukunft. Trotzdem sagen 69%, also auch ein nicht eben geringer Teil der vorherigen 78%, dass Mütter zuhause bleiben sollten.

Jetzt wird es erstmal so richtig widersprüchlich: 65% meinen jetzt aber plötzlich, also auch ein Teil der vorherigen 69%, dass die Krippe gut für Kinder ist. Wozu soll die Mutter dann zuhause bleiben?
Bei 53%, also wieder ein Teil der 69%igen Mütter-sollen-zuhause-bleiben-Sager, soll Muttern nun plötzlich arbeiten gehen. Wat denn nu?