Vorratsdatenspeicherung: Der Donaukurier und das Schweigen der deutschen Presse zu diesem Gesetz

Die Regionalzeitung Donaukurier erschien in der Samstagsausgabe mit einer geschwärzten Titelseite – als Protest gegen die Vorratsdatenspeicherung.

Somit zeigt eine Zeitung endlich mal den Protest, den dieses Gesetzesvorhaben längst verdient hätte. Die großen überregionalen Zeitungen brachten bisher nichts dergleichen zustande, ebensowenig wie die Magazine Spiegel, Focus oder Stern. Findet eine Protestkundgebung statt, berichtet man kaum oder gar nicht darüber und auch gerne mit falschen, weil viel zu niedrigen Teilnehmerzahlen. Eigene Journalisten hatte man erst recht nicht vor Ort. Bei einem so wichtigen innenpolitischen Thema verließ man sich nur auf Agenturmaterial.

Apropos berichten: Die Zeitungen (bis auf die Welt) berichten natürlich nicht über die schwarze Protesttitelseite des Donaukurier.
Wäre auch zu peinlich, wenn man die eigenen Leser über die Courage der anderen informieren müsste. Man selbst steht irgendwie – nunja – ein bisschen doof da.
Wer davon berichtet, sind die ewig gleichen, allen voran Heise Online. Dort setzt man sich seit langem und sehr intensiv mit dem Thema auseinander.

So richtig wichtig erscheint das Thema dem deutschen Journalisten nicht. Das Gesetz wurde schlicht über Monate hinweg verpennt. Wer gut informiert sein wollte, musste Heise lesen oder Blogs (z.B. Netzpolitik.org). In der „etablierten“ Presse bauscht man lieber Terrormeldungen auf und sorgt so mit dafür, dass der Eindruck entsteht, ein Mehr an Überwachung sei nötig.
Erst jetzt, wo die Vorratsdatenspeicherung fast verabschiedet ist, wacht der ein oder andere Journalist auf.

Wie war das noch gleich mit der Qualität und der gedruckten Tagesszeitung?

P.S.: Am 6. November sind bundesweite dezentrale Demos gegen die Vorratsdatenspeicherung geplant.

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