Scharmützel in Hessen II

Absurder geht es kaum noch. Mehr als ein halbes Jahr nach dem kategorischen Nein von Dagmar Metzger zur Zusammenarbeit mit der Linkspartei entdecken nun auch noch Jürgen Walter, Silke Tesch und Carmen Everts, dass sie auf keinen Fall Ypsilanti und ihr Tolerierungsmodell wählen können. Und das nachdem Koalitionsverträge ausgehandelt und auf Parteitagen abgesegnet worden sind, nachdem auf Probeabstimmungen nur Frau Metzger gegen Ypsilanti gestimmt hatte; die drei Neu-Neinsager hatten vorher mit Ja gestimmt. Walter hatte sogar selbst am Koalitionsvertrag mitverhandelt. Und jetzt plötzlich, einen Tag vor der entscheidenen Abstimmung im Landtag, entdecken diese 3 Leute angeblich ihr freies Abgeordnetenmandat und Gewissen. Das ist mir zu blöd, das ist feige, das ist nichts weiter als intrigante Politikerscheiße.

Die 3 Neuabweichler hatten vermutlich niemals vor, Ypsilanti tatsächlich zur Ministerpräsidentin zu wählen. Aber sie waren offenbar zu feige, ihre abweichende Meinung offen zu vertreten. Sie hatten stattdessen gehofft, irgendwo auf dem Weg wird Ypsilanti stolpern, irgendjemand oder irgendetwas wird sie noch stoppen: die Grünen streuben sich, die Linken wollen nicht mehr, Ypsilanti schmeißt selbst hin, weil sie das Sperrfeuer aus der Presse (zuletzt aus der Zeit) nicht mehr ertragen kann. Nachdem das nicht eingetreten ist, man nicht den gewünschten Posten in der zukünftigen Regierung erhalten hat und vieles nach einer erfolgreichen Ablösung von Koch als Ministerpräsident aussah, erfolgte der Dolchstoß.

Wie groß muss eigentlich die Angst der SPD vor der Linkspartei sein, wenn man eine Quasi-Koalition auch um den Preis der Selbstzerstörung verhindern will?!

2 Gedanken zu “Scharmützel in Hessen II

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