Linke Normalität

Erinnert sich noch jemand an die Aufregung, als Andrea Ypsilanti in Hessen im Januar 2008 mit der Linkspartei zusammenarbeiten wollte? Und jetzt, nach den Landtagswahlen im Saarland, in Thüringen und Sachsen ist eine Koalition mit der Linken kein Schreckgespenst mehr. Auch die SPD-Spitze in Berlin nimmt das Thema rot-rote-Koalition offen in den Mund (vorerst, also bis 2013, nur in den Ländern).

Ist die SPD also tatsächlich im Fünfparteiensystem angekommen? Nimmt die SPD doch noch Vernunft an und behandelt die Linke nicht wie Aussätzige sondern wie einen potentiellen Koalitionspartner? Begreift die SPD die Bedeutung von Linkskoalitionen? Das wäre ja endlich ein Stück Normalität.

2 Gedanken zu “Linke Normalität

  1. Matschie in Thüringen ist aber ein Sonderfall. Ein ziemlich dummer noch dazu. Matschie hat nämlich vor der Wahl eine Koalition unter einem MP Ramelow ausgeschlossen und hat damit den gleichen Fehler gemacht wie Ypsilanti in Hessen. Aber prinzipiell hat die SPD ihre Blockadehaltung gegenüber Linksbündnissen offenbar aufgegeben. Auch Müntes Hinweis, bis 2013 gibt’s auch keine Koalition im Bund, spricht Bände. Für mich hört sich das an wie: wir gehen 4 Jahre in die Opposition und dann kommen wir als Linksbündnis aus SPD, Linke und Grüne wieder zurück. Strategisch scheint die SPD also Vernunft anzunehmen.

    Und Saarland: dort wird man die Koalitionsverhandlungen möglicherweise bis nach der Wahl hinziehen, um dann die erste Rot-Rot-Grüne Koalition einzugehen. Zumindest gibt es bisher keine laut geäußerte Abwehrhaltung gegen diese Zusammenarbeit.

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