Weltmarktführer Afghanistan

Aus einer kleinen Meldung von vor ein paar Tagen:

Aus Afghanistan stammen weiter 90 Prozent des Rohopiums für den Heroinmarkt.

Zur Erinnerung: Afghanistan steht militärisch im Rahmen ISAF-Einsatzes unter der Kontrolle internationaler Truppen, angeführt von den USA. Entweder wollen die den Opiumanbau nicht verhindern oder sie können es nicht.
Wenn sie es nicht wollen, wäre das eine politische Bankrotterklärung, denn man kann nicht einerseits den Drogenanbau, -vertrieb (mafiöse Strukturen!) und -konsum weltweit ächten, dann aber zugucken, wie das Zeug vor Ort produziert wird.
Wenn sie es nicht können, weil sie die Mohnfelder und Produktionsstätten nicht finden können, ist das eine militärische Bankrotterklärung. Wenn sie die Felder nicht ausspüren können, dann können sich auch die Terroristen/Taliban/Aufständischen/Bösen Jungs im Allgemeinen verstecken.

2 Gedanken zu “Weltmarktführer Afghanistan

  1. Entschuldigung, mal ganz ohne Häme: Vielleicht solltest du mal das Kommando übernehmen.

    Afgahnistan ist nicht Mittelhessen. In Afghanistan kann es schon mal vorkommen das im Umkreis von 200 KM keine einzige Straße vorhanden ist. Und die Mohnfelder werden auch nicht in riesigen Monokulturen wie bei uns der Raps angebaut. Zu guter Letzt hat die ISAF momentan andere Sorgen als Mohnfelder. Auch wenn langfristig ihre Mission darin besteht, den Bauern bessere Alternativen als den Opiumanbau zu bieten.

  2. Die Amis + Verbündete sind seit fast 9 Jahren da unten. Ich kann da keinen Willen erkennen, die Drogenproduktion zu bekämpfen. Sie jagen doch alle Nase lang mit Drohnen irgendwen in die Luft. Aber die sind dann nicht in der Lage, Drogenküchen ausfindig zu machen? Außerdem muss das Zeug außer Landes kommen. Was ist da mit den Kontrollen? Der „Vertrieb“ ist der Hand lokaler Clanchefs. Die lässt man gewähren?

    In einem sind wir uns einig: Die beste Alternative ist es natürlich, den Bauern ein Alternative zu bieten. Denn die bauen den Mohn ja nur an, um ihre Familien zu ernähren. Nicht die Bauern mit ihren Feldern sondern die mafiösen Strukturen des Drogenhandels sollten Ansatzpunkt sein für die Bekämpfung der Drogen.
    Doch auch in dieser Hinsicht sehe ich wenig Bewegung: wenig wird für eine Verbesserung der Lage der einfachen Menschen getan, wenig gegen lokale Warlords.
    Hunderte Milliarden werden im Krieg in Afghanistan verballert, die Lage der Menschen aber hat sich kaum verbessert. Zu wenig wird in den zivilen Aufbau gesteckt, zu viel will man mit militärischen Mitteln reißen. Warum gibt es nicht ein Programm, das den afghanischen Bauern eine Alternative zum Mohnanbau bietet? Und dann meinetwegen militärisch das Ganze durch Kampf gegen mafiöse Drogenhandelsstrukturen zu flankieren.

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