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	<title>Reflexionsschicht</title>
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	<description>Gedachtes, Gemeintes und Reflektiertes</description>
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		<title>Google Street View und der Datenschutz &#8211; richtiges Thema, falsches Objekt</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2010/08/19/google-street-view-und-der-datenschutz-richtiges-thema-falsches-objekt/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 20:38:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[merkwürdiges]]></category>
		<category><![CDATA[netzkulturelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Google Street View las ich neulich einen guten Kommentar:
Wenn ich als B&#252;rger schon nicht verhindern kann…

dass in meinem neuen Reisepass Fingerabdr&#252;cke und per Funk lesbare RFID-Chips installiert werden
dass meine Kontobewegungen &#252;berwacht werden
dass mein Kommunikationsverhalten registriert werden soll
dass ich in vielen St&#228;dten auf Schritt und Tritt von unz&#228;hligen &#220;berwachungskameras gefilmt werde
dass ich auf Flugh&#228;fen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Google Street View las ich neulich <a title="dennis-knake.de: Google Street View: Die Stunde der Hypokriten" href="http://www.dennis-knake.de/2010/08/11/google-streetview-die-stunde-der-hypokriten/">einen guten Kommentar</a>:</p>
<blockquote><p>Wenn ich als B&#252;rger schon nicht verhindern kann…</p>
<ul>
<li>dass in meinem <a title="de.wikipedia.org: Elektronischer Reisepass mit biometrischen Daten (ePass)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biometrischer_Pass#Elektronischer_Reisepass_mit_biometrischen_Daten_.28ePass.29">neuen Reisepass</a> Fingerabdr&#252;cke und per Funk lesbare RFID-Chips installiert werden</li>
<li>dass meine <a title="de.wikipedia.org: SWIFT-Abkommen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/SWIFT-Abkommen">Kontobewegungen</a> &#252;berwacht werden</li>
<li>dass mein <a title="nachrichten.t-online.de: Innenminister Huber f&#252;r R&#252;ckkehr zur Vorratsdatenspeicherung" href="http://nachrichten.t-online.de/innenminister-huber-fuer-rueckkehr-zur-vorratsdatenspeicherung/id_42394006/index">Kommunikationsverhalten registriert werden soll</a></li>
<li>dass ich in vielen St&#228;dten auf Schritt und Tritt von unz&#228;hligen &#220;berwachungskameras gefilmt werde</li>
<li>dass ich auf Flugh&#228;fen in Zukunft durch einen <a title="tagesspiegel.de: Hamburg testet K&#246;rperscanner" href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/hamburg-testet-koerperscanner-/1900490.html">Nacktscanner</a> spazieren muss</li>
<li>dass Mautbr&#252;cken automatisch alle <a title="de.wikipedia.org: Automatische Nummernschilderkennung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Automatische_Nummernschilderkennung#Entscheidung_des_Bundesverfassungsgerichts_am_11._M.C3.A4rz_2008">Autokennzeichen erfassen</a></li>
</ul>
<p>…. dann will ich wenigstens einen riesen Aufriss machen, wenn jemand es wagt, meine Hausfassade zu fotografieren.</p></blockquote>
<p>Und ich m&#246;chte erg&#228;nzen: wenn in <a title="de.wikipedia.org: Payback" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Payback_%28Bonusprogramm%29#Unternehmen_und_Gesch.C3.A4ftszahlen">jedem 2. Haushalt eine Paybackkarte</a> <del>genutzt wird</del> vorhanden ist. Und man k&#246;nnte die Liste ja <a title="wiki.vorratsdatenspeicherung.de: Themenfelder" href="http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Kategorie:Themenfeld">noch weiter fortsetzen</a>: elektronische Gesundheitskarte (eCard), elektronischer Steuernachweis (ELENA), RFID-Chips, intelligente Stromz&#228;hler &#8230;</p>
<p>Ja, das ist wie bei den Nacktscanner damals. Pl&#246;tzlich gab es was zu sehen, das war was plakatives, was bildhaftes. Da kann man sich dann aufregen, kann ein bisschen mit den &#196;ngsten der Menschen spielen. Wobei &#8211; diesmal ist es anders. Damals ging es wirklich um die Privatssph&#228;re (n&#228;mlich der mit technischen Mitteln Mensch, der sich vor dem Flughafenpersonal nackig machen muss), diesmal geht es nur um H&#228;user(!)fassaden(!!).</p>
<p>Ich kann die <a title="blog.mathias-richel.de: Sie haben Jehova gesagt. Zur Streetview-Debatte." href="http://blog.mathias-richel.de/2010/08/19/sie-haben-jehova-gesagt-zur-streetview-debatte/">Aufregung</a> diesmal ehrlich nicht verstehen. Ich kann nicht verstehen, wie man wegen dem Abfotografieren von H&#228;userfassaden so ein Fass aufmachen kann. Ich kann die Angst vor der Datenkrake Google nachvollziehen und ich bin auch f&#252;r einen vorsichtigen Umgang mit Google (ich nutze nicht deren Maildienst oder Feedreader, Google Docs ist sicher ne tolle Sache, aber ich habe Bedenken, Google meine Dokumente anzuvertrauen, Cookies mit den Sucheintr&#228;gen l&#246;scht der Firefox jedesmal wenn ich ihn schlie&#223;e). Und auch sonst sehe ich zu, dass ich keine allzu gro&#223;e Datenspur im Internet hinterlasse. Aber Himmel, hier es geht um H&#228;userfassaden. Die kann sowieso jeder sehen.</p>
<p>Was mich aber ein bisschen brechen l&#228;sst, ist die Tatsache, dass sich Politiker jetzt pl&#246;tzlich als gro&#223;e Datensch&#252;tzer aufspielen. Sonst kacken die auf Datenschutz und legen Datensammlungen noch und n&#246;cher an, wo kein Mensch nachher wei&#223;, wohin die verschwinden und was damit gemacht wird und nun auf einmal wollen sie alle Datensch&#252;tzer sein. Und morgen, wenn das Thema Street View gegessen ist, geht&#8217;s weiter mit der Datensammelei.<br />
Bei den Medien kaum anders: &#252;ber Street View regt man sich auf, weil Google der gro&#223;e Feind ist, der denen vermeintlich das Gesch&#228;ft versaut. Also wird druffjehauen. &#220;ber die oben genannten wirklichen Datenskandale hat sich die Mainstreampresse nicht so echauffiert.</p>
<p>Nicht missverstehen: das Thema der Diskussion &#8211; n&#228;mlich Datenschutz &#8211; ist ungeheuer wichtig und noch immer hat es nicht die Bedeutung, die ihm eigentlich zukommt. Datensammlungen in Datenbanken, mit allen M&#246;glichkeiten der Anh&#228;ufung, des Abgleichs, der unendlichen Speicherdauer und der den M&#246;glichkeiten der Datenverkn&#252;pfung m&#252;ssen diskutiert werden und es muss daf&#252;r strenge Regeln geben. Datenvermeidung bzw. Datensparsamkeit ist hier das Stichwort. Aber das Objekt, an dem diskutiert wird &#8211; Google Street View &#8211; ist daf&#252;r meines Erachtens denkbar ungeeignet.</p>
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		<title>Meine tagesschau.de-Links funktionieren nicht mehr</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2010/08/17/meine-tagesschau-de-links-funktionieren-nicht-mehr/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 18:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[mediales]]></category>
		<category><![CDATA[netzkulturelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur &#8220;meine&#8221; Links funktionieren nicht mehr, sondern viele Links zu tagesschau.de funktionieren nicht mehr. Weil die ARD gem&#228;&#223; dem 12. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrag einen Haufen ihrer Inhalte aus dem Netz nehmen musste.
Eigentlich eine absurde Situation: die Informationssuche findet gr&#246;&#223;tenteils im Internet statt, die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender aber m&#252;ssen ihre bereits vom Geb&#252;hrenzahler bezahlten Inhalte nach einer kurzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur &#8220;meine&#8221; Links funktionieren nicht mehr, sondern viele Links zu tagesschau.de funktionieren nicht mehr. Weil die ARD gem&#228;&#223; dem 12. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrag einen Haufen ihrer Inhalte <a title="netzpolitik.org: Absurdistan: ARD startet L&#246;schaktion f&#252;r Online-Inhalte" href="http://www.netzpolitik.org/2010/absurdistan-ard-startet-loeschaktion-fuer-online-inhalte/">aus dem Netz nehmen musste</a>.</p>
<p>Eigentlich eine absurde Situation: die Informationssuche findet gr&#246;&#223;tenteils im Internet statt, die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender aber m&#252;ssen ihre bereits vom Geb&#252;hrenzahler bezahlten Inhalte nach einer <a title="tagesschau.de: Warum Sie nicht mehr finden, was Sie suchen" href="http://www.tagesschau.de/hilfe/rundfunkstaatsvertrag/rundfunkaenderungsstaatsvertrag112.html">kurzen Frist</a> wieder offline nehmen. Ich oute mich mal indem ich sage, ich zahle aus &#220;berzeugung meine Rundfunkgeb&#252;hren, weil ich denke, dass das &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunksystem eine gute Sache ist (bei aller berechtigten Kritik daran). Und trotzdem darf ich mir diese Dinge nach ein paar Wochen nicht mehr ansehen oder anh&#246;ren. Da stimmt doch was nicht. Stattdessen sollte es ein offenes Archiv geben, in dem alle Inhalte der &#214;ffentlich-Rechtlichen gespeichert sind &#8211; f&#252;r alle Zeit.</p>
<p>Die Lobbyisten der Printmedien hatten zwar <a title="zapp: Umstritten - Politiker wollen Onlineangebot von ARD und ZDF beschr&#228;nken" href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/internet/zapp694.html">die Hand an der Feder</a>, die den Gesetzestext zum Rundfunkstaatsvertrag schrieb, einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Rettung wird diese L&#246;schaktion trotzdem nicht liefern. Stattdessen werden schon bezahlte Inhalte aus dem Netz getilgt und die Leute gucken auf leere 404-Fehlerseiten. Und denen geht das Gel&#246;sche <a title="heise.de: ARD sieht Online-Angebote regelkonform ausgestaltet – Verleger protestieren" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/ARD-sieht-Online-Angebote-regelkonform-ausgestaltet-Verleger-protestieren-1042200.html">noch nicht mal weit genug</a>.<br />
Wenn ich irgendwohin einen Link setze, dann denke ich mir ja was dabei. Dann steht da auf der Seite etwas, das zum Inhalt des Blogpostings passt, das ihn erg&#228;nzt, vertieft und verdeutlicht, vielleicht ergibt der Eintrag ohne die verlinkte Seite nicht mal Sinn.</p>
<p><small>(Ich wei&#223;, dass die L&#246;schung schon im Juni stattfand. Aufgeregt habe ich mich schon damals dar&#252;ber, fand aber jetzt erst Zeit, dar&#252;ber zu schreiben.)</small></p>
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		</item>
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		<title>Weltmarktf&#252;hrer Afghanistan</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2010/06/27/weltmarktfuehrer-afghanistan/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 18:28:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[merkwürdiges]]></category>
		<category><![CDATA[politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus einer kleinen Meldung von vor ein paar Tagen:
Aus Afghanistan stammen weiter 90 Prozent des Rohopiums f&#252;r den Heroinmarkt.
Zur Erinnerung: Afghanistan steht milit&#228;risch im Rahmen ISAF-Einsatzes unter der Kontrolle internationaler Truppen, angef&#252;hrt von den USA. Entweder wollen die den Opiumanbau nicht verhindern oder sie k&#246;nnen es nicht.
Wenn sie es nicht wollen, w&#228;re das eine politische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einer <a title="spiegel.de: Uno-Drogenbericht: Mafia setzt auf Aufputschmittel" href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,702451,00.html">kleinen Meldung</a> von vor ein paar Tagen:</p>
<blockquote><p>Aus Afghanistan stammen weiter 90 Prozent des Rohopiums f&#252;r den Heroinmarkt.</p></blockquote>
<p>Zur Erinnerung: Afghanistan steht milit&#228;risch im Rahmen <a title="de.wikipedia.org: ISAF" href="http://de.wikipedia.org/wiki/ISAF">ISAF</a>-Einsatzes unter der Kontrolle internationaler Truppen, angef&#252;hrt von den USA. Entweder <em>wollen</em> die den Opiumanbau nicht verhindern oder sie <em>k&#246;nnen</em> es nicht.<br />
Wenn sie es nicht wollen, w&#228;re das eine politische Bankrotterkl&#228;rung, denn man kann nicht einerseits den Drogenanbau, -vertrieb (mafi&#246;se Strukturen!) und -konsum weltweit &#228;chten, dann aber zugucken, wie das Zeug vor Ort produziert wird.<br />
Wenn sie es nicht k&#246;nnen, weil sie die Mohnfelder und Produktionsst&#228;tten nicht finden k&#246;nnen, ist das eine milit&#228;rische Bankrotterkl&#228;rung. Wenn sie die Felder nicht aussp&#252;ren k&#246;nnen, dann k&#246;nnen sich auch die Terroristen/Taliban/Aufst&#228;ndischen/B&#246;sen Jungs im Allgemeinen verstecken.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Handelswege schaffen auch mit Waffen</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2010/05/25/handelswege-schaffen-auch-mit-waffen/</link>
		<comments>http://blog.tobias-haase.de/2010/05/25/handelswege-schaffen-auch-mit-waffen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 May 2010 21:33:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[merkwürdiges]]></category>
		<category><![CDATA[politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Na, da hat Bundeshorst K&#246;hler wohl vom Wahrheitsserum genascht:
Ricke: In der politischen Debatte wird auch dar&#252;ber nachgedacht, ob das Mandat, das die Bundeswehr in Afghanistan hat, ausreicht. Brauchen wir ein klares Bekenntnis zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung und vielleicht auch einen neuen politischen Diskurs?
K&#246;hler: Nein, wir brauchen einen politischen Diskurs in der Gesellschaft, wie es kommt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Na, da hat Bundeshorst K&#246;hler wohl vom Wahrheitsserum genascht:</p>
<blockquote><p><strong>Ricke:</strong> In der politischen Debatte wird auch dar&#252;ber nachgedacht, ob das Mandat, das die Bundeswehr in Afghanistan hat, ausreicht. Brauchen wir ein klares Bekenntnis zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung und vielleicht auch einen neuen politischen Diskurs?</p>
<p><strong>K&#246;hler:</strong> Nein, wir brauchen einen politischen Diskurs in der Gesellschaft, wie es kommt, dass Respekt und Anerkennung zum Teil doch zu vermissen sind, obwohl die Soldaten so eine gute Arbeit machen. Wir brauchen den Diskurs weiter, wie wir sozusagen in Afghanistan das hinkriegen, dass auf der einen Seite riesige Aufgaben da sind des zivilen Aufbaus, gleichzeitig das Milit&#228;r aber nicht alles selber machen kann, wie wir das vereinbaren mit der Erwartung der Bev&#246;lkerung auf einen raschen Abzug der Truppen. Und aus meiner Einsch&#228;tzung ist es wirklich so: Wir k&#228;mpfen dort auch f&#252;r unsere Sicherheit in Deutschland, wir k&#228;mpfen dort im B&#252;ndnis mit Alliierten auf der Basis eines Mandats der Vereinten Nationen. Alles das hei&#223;t, wir haben Verantwortung. Ich finde es in Ordnung, wenn in Deutschland dar&#252;ber immer wieder auch skeptisch mit Fragezeichen diskutiert wird. <strong>Meine Einsch&#228;tzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Gr&#246;&#223;e mit dieser Au&#223;enhandelsorientierung und damit auch Au&#223;enhandelsabh&#228;ngigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch milit&#228;rischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilit&#228;ten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zur&#252;ckschlagen negativ durch Handel, Arbeitspl&#228;tze und Einkommen.</strong> Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.</p></blockquote>
<p>Das hat er dem <a title="Interview Teil 1" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1188781/">Deutschlandfunk</a>/<a title="Interview Teil 2" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1188780/">Deutschlandradio Kultur</a> (<a title="dradio.de: &quot;Sie leisten wirklich Gro&#223;artiges unter schwierigsten Bedingungen&quot; (komplettes Interview + Transkript)" href="http://www.dradio.de/aktuell/1191138/">komplett</a>) gesagt. Das ist schon starker Tobak, dass die Bundeswehr nach der Meinung des Bundespr&#228;sidenten aktuell und zuk&#252;nftig f&#252;r freie Handelswege k&#228;mpfen soll. Das w&#228;re eine neue Aufgabe f&#252;r Deutschlands Armee und Deutschlands Au&#223;enpolitik. Man muss seine Worte nicht mal auf die Goldwaage legen, um das herauszulesen. So offen hat den wirtschaftlich verwertbaren Zweck der milit&#228;rischen Au&#223;enpolitik Deutschlands noch kein Politiker beschrieben, glaube ich. Solche geo- und wirtschaftlichen Ziele verbindet man ja sonst eher mit Russland oder den USA.</p>
<p>Hat sich das der K&#246;hler selbst ausgedacht und steht er allein mit dieser Meinung da? Oder ist das <em>common sense</em> in der Bundesregierung/im Parlament und nur dem W&#228;hlervolk wird immer wieder die M&#228;r vom Aufbauhelfer und Demokratiebringer aufgetischt?</p>
<p>Am Rande: au&#223;er in der <a title="sueddeutsche.de: Warum h&#246;re ich das nicht von Ihnen?" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-koehler-in-afghanistan-warum-hoere-ich-das-nicht-von-ihnen-1.948375">S&#252;ddeutschen</a> stand diese bemerkenswerte Einsch&#228;tzung K&#246;hlers &#252;ber den Einsatzzweck der Bundeswehr im Ausland nirgends in der Presse. Erst durch <a title="rivva-Linkkosmos" href="http://rivva.de/http://www.querblog.de/2010/05/22/wie-bitte-herr-khler/">Blogs</a> bin ich darauf gesto&#223;en.</p>
<p>[via: <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b50645fb">Fefe</a>]</p>
<p><strong>Nachtrag (27.05.10):</strong> Oh, das Thema ist in den Mainstreammedien <a title="Google News" href="http://news.google.de/news/story?pz=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;ncl=dHV-7ElYdqD5Y7MFnmDKCa9JWyWAM&amp;topic=h">angekommen</a>. Niedlich ist ja <a title="spiegel.de: K&#246;hler entfacht neue Kriegsdebatte" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696982,00.html">SpOn</a>, wie sie versuchen zu erkl&#228;ren, dass sie das Thema 5 Tage verschlafen haben:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der Bundespr&#228;sident hatte das Interview schon am Rand seines  Truppenbesuchs in Afghanistan gegeben, letzten Samstag ist es &#252;ber den  &#196;ther gegangen &#8211; doch die politische Debatte dar&#252;ber nimmt jetzt Fahrt  auf. [...]<br />
K&#246;hlers brisante Worte &#8211;  <span><a title="K&#246;hler-Interview im Deutschlandradio" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1188780/" target="_blank">sie sind im  Internet abrufbar</a></span> &#8211; w&#228;ren beinahe untergegangen. Im  Interview mit dem Deutschlandradio fallen sie erst am Ende.</p>
<p>Fahrt aufnehmen konnte die Debatte ja bisher nicht, die Presse hat ja nicht dr&#252;ber berichtet. Und so wirklich am Ende f&#228;llt der Satz auch nicht, sondern als Antwort auf die 3. Frage (von insgesamt 4). Besonders lang ist das Interview nicht.</p>
<p>Interessanterweise ist K&#246;hler mit seiner Meinung nicht allein. Schon im aktuellen <a title="bmvg.de: Wei&#223;buch der Bundeswehr" href="http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd4k3NjGwBMmB2CbuxvqREIY5XMzNHCIGVhiUkqrv65Gfm6rvrR-gX5AbGlHu6KgIAChnJ_s!/delta/base64xml/L3dJdyEvd0ZNQUFzQUMvNElVRS82X0RfMzQwOQ!!">Wei&#223;buch der Bundeswehr</a> aus dem Jahre 2006 wird im Kapitel &#8220;Grundlagen deutscher Sicherheitspolitik&#8221; unter der &#220;berschrift &#8220;Transportwege &#8211; Ressourcen &#8211; Kommunikation&#8221; auf Seite 22 geschrieben:
</p>
<p style="padding-left: 30px;">Deutschland hat aufgrund seiner immer engeren Verflechtung der Weltwirtschaft besonderes Interesse an internationaler Stabilit&#228;t und ungehindertem Warenaustausch. Wie viele L&#228;nder ist es in hohem Ma&#223;e von einer gesicherten Rohstoffzufuhr und sicheren Transportwegen in globalem Ma&#223;stab abh&#228;ngig und auf funktionierende Informations- und Kommunikationswege angewiesen. Verwerfungen im internationalen Beziehungsgef&#252;ge, St&#246;rungen der Rohstoff- und Warenstr&#246;me, beispielsweise durch zunehmende Piraterie, und St&#246;rungen der weltweiten Kommunikation bleiben in einer interdependenten nicht ohne Auswirkungen auf nationale Volkswirtschaft, Wohlstand und sozialen Frieden.</p>
<p>K&#246;hler hat im Prinzip nichts anderes gesagt: F&#252;r unseren eigenen Wohlstand brauchen wir Rohstoffe aus anderen L&#228;ndern und wenn mit denen grad kein Handel m&#246;glich ist, muss man den eben herbeif&#252;hren. Vielleicht hat der sich im Flieger von Shanghai nach Afghanistan ausf&#252;hrlich mit Bundeswehrleuten &#252;ber die deutsche Sicherheitspolitik unterhalten und unter diesem Eindruck hat er dann das mit den freien Handelswegen auch gegen&#252;ber dem Deutschlandfunk gesagt.</p>
<p><strong>Nachtrag (31.05.10):</strong> Nun hat K&#246;hler sogar wegen der &#8211; seiner Meinung nach amtsunw&#252;rdigen &#8211; Kritik an seinem Interview sogar <a title="tagesschau.de: Bundespr&#228;sident K&#246;hler tritt zur&#252;ck" href="http://www.tagesschau.de/inland/koehlerruecktritt100.html">das Handtuch geworfen</a>. Damit wird das Versagen der Presse, die dieses Interview &#252;bersehen hatten, noch offenkundiger: <a title="carta.info: Horst K&#246;hler: Ein R&#252;cktritt unter Blog-Mitwirkung" href="http://carta.info/28218/horst-koehler-ein-ruecktritt-unter-blog-mitwirkung/">Carta</a> zeichnet den Weg einer Meldung nach.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
]]></content:encoded>
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		<title>Frau Kraft und der gemeinwohlorientierte Arbeitsmarkt</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2010/03/12/frau-kraft-und-der-gemeinwohlorientierte-arbeitsmarkt/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 23:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[nachdenkliches]]></category>
		<category><![CDATA[politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aufregung um Hannelore Krafts Vorschlag vom Wochenende hat sich gelegt, nachdem bemerkt worden ist, dass Frau Kraft nicht den Westerwelle macht.
Den Anfang machte Spiegel Online, der mit der &#220;berschrift &#8220;SPD-Vize Kraft fordert gemeinn&#252;tzigen Einsatz von Hartz-IV-Empf&#228;ngern&#8221; suggerierte, die Kraft will Hartz-IV-Empf&#228;nger zum Stra&#223;e fegen verpflichten. Aber das stimmt so nicht. Der im Interview mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="spiegel.de: CDU und Linke schimpfen &uuml;ber Krafts Hartz-IV-Vorsto&szlig;" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682163,00.html">Aufregung</a> um Hannelore Krafts Vorschlag vom Wochenende hat sich gelegt, nachdem bemerkt worden ist, dass Frau Kraft nicht <a title="Westerwelle und der Lohnabstand" href="http://blog.tobias-haase.de/2010/03/01/westerwelle-und-der-lohnabstand/">den Westerwelle</a> macht.<br />
Den Anfang machte Spiegel Online, der mit der &Uuml;berschrift <a title="spiegel.de: SPD-Vize Kraft fordert gemeinn&uuml;tzigen Einsatz von Hartz-IV-Empf&auml;ngern" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682124,00.html">&#8220;SPD-Vize Kraft fordert gemeinn&uuml;tzigen Einsatz von Hartz-IV-Empf&auml;ngern&#8221;</a> suggerierte, die Kraft will Hartz-IV-Empf&auml;nger zum Stra&szlig;e fegen <em>verpflichten</em>. Aber das <a title="blog.nrwspd.de: Hannelore Kraft: Arbeit schafft W&uuml;rde" href="http://blog.nrwspd.de/2010/03/08/hannelore-kraft-arbeit-schafft-wuerde/">stimmt so nicht</a>. Der im Interview mit dem &#8220;Spiegel&#8221; ge&auml;u&szlig;erte Vorschlag zielte darauf ab, nicht vermittelbaren Arbeitslosen ein Angebot einer Besch&auml;ftigung zu machen, damit diese nicht zu Hause rumsitzen. Daf&uuml;r solle ein &#8220;gemeinwohlorientierter Arbeitsmarkt&#8221; geschaffen werden, die Arbeitslosen bekommen einen &#8220;symbolischen&#8221; Lohn, aber die Besch&auml;ftigung ist &#8211; im Gegensatz zu den 1-Euro-Jobs &#8211; langfristig angelegt.</p>
<p>Nachdem das alles bekannt war, legte sich die Aufregung und damit leider auch die ganze Diskussion. Dabei ist das Gesagte es inhaltlich durchaus wert, diskutiert zu werden. Darin wird n&auml;mlich der Traum von der Vollbesch&auml;ftigung begraben bzw. es wird vorsichtig angedacht, wie mit der zahlenm&auml;&szlig;igen Diskrepanz zwischen vorhandenen Arbeitspl&auml;tzen und Arbeitskr&auml;ften umgegangen werden k&ouml;nnte. N&auml;mlich &uuml;ber einen &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftigungsektor.</p>
<p>Dennoch sind Vorschl&auml;ge etwas unausgegoren bzw. in sich nicht schl&uuml;ssig. Frau Kraft will Menschen dort f&uuml;r einen symbolischen Betrag arbeiten lassen, wo andere regul&auml;r angestellt sind. Also einerseits fegen die Leute von der Stadtreinigung die Stra&szlig;e und daneben stehen die &#8220;ehrenamtlichen&#8221; Stra&szlig;enfeger. Oder im Altersheim sitzen die angestellten Buchvorleser neben den &#8220;ehrenamtlichen&#8221; Buchvorlesern. Wie soll das funktionieren? Warum dann nicht die Sache zu Ende denken und den &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftungssektor ausweiten? Arbeit ist ja genug da, nur sind das h&auml;ufig keine marktf&auml;higen Jobs.</p>
<p>Oder man will das wirklich &uuml;ber die ehrenamtliche Schiene machen. Dann muss man die Menschen &#8211; alle, nicht nur die Arbeitslosen! &#8211; in die Lage versetzen, sich aus freien St&uuml;cken zwischen der klassischen Erwerbsarbeit und dem nebenbei-ein-bisschen-was-tun-Ehrenamt zu entscheiden. Das geht nur &uuml;ber ein entsprechend hohes bedingsloses Grundeinkommen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Vorratsdatenspeicherung ist nicht grunds&#228;tzlich verfassungswidrig</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 23:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[netzkulturelles]]></category>
		<category><![CDATA[politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Man merkt es schon an der &#220;berschrift: ich bin nicht begeistert vom gestrigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung.
Die Pressemitteilung zum Urteil tr&#228;gt den Titel &#8220;Konkrete Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung nicht verfassungsgem&#228;&#223;&#8221;. Und genau deshalb bin ich wenig begeistert. Das Gesetz ist so wie es jetzt ist, verfassungswidrig, nichtig, und alle aufgrund dieses Gesetzes gespeicherte Daten sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man merkt es schon an der &#220;berschrift: ich bin nicht begeistert vom gestrigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung.</p>
<p>Die <a title="Die Pressemitteilung zum Urteil" href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg10-011.html">Pressemitteilung</a> zum <a title="Die Urteilsbegr&#252;ndung" href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20100302_1bvr025608.htm">Urteil</a> tr&#228;gt den Titel &#8220;Konkrete Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung nicht verfassungsgem&#228;&#223;&#8221;. Und genau deshalb bin ich wenig begeistert. Das Gesetz ist so <em>wie es jetzt ist</em>, verfassungswidrig, nichtig, und alle aufgrund dieses Gesetzes gespeicherte Daten sind sofort zu l&#246;schen. Aber <em>grunds&#228;tzlich</em> ist die anlasslose Speicherung aller Verbindungsdaten &#252;ber einen Zeitraum von 6 Monaten verfassungsgem&#228;&#223;.</p>
<p>Das BVerfG sagt mal wieder, dass in der Politik schlampig gearbeitet wurde, aber daran ist man inzwischen gew&#246;hnt. Es werden ja in letzter Zeit reihenweise Gesetze in Karlsruhe kassiert. Ein bisschen Feintuning hier, eine Konkretisierung dort, eine Einschr&#228;nkung da hinten und dann kann die neue Vorratsdatenspeicherung beginnen. Das eigentliche Ziel, n&#228;mlich das massenhafte Speichern von unvermeidbaren Spuren der Telekommunikation ohne konkreten Anlass oder gar Verdacht f&#252;r grundgesetzwidrig erkl&#228;ren zu lassen, wurde klar verfehlt.</p>
<p>F&#252;r die Abmahnindustrie fiel au&#223;erdem noch ein Leckerli ab: Zwar d&#252;rfen die Verbindungsdaten nur zu Abwehr schwerer Straftaten abgefragt und eingesetzt werden, f&#252;r die Abfrage der IP-Adressen gilt das aber nicht. Hier sind die H&#252;rden deutlich niedriger, sogar &#8220;gewichtige Ordnungswidrigkeiten&#8221; k&#246;nnen gen&#252;gen. Ein Richtervorbehalt ist auch nicht n&#246;tig. Die Musikindustrie <a title="musikindustrie.de: Urteil zur Vorratsdatenspeicherung erm&#246;glicht fairen Ausgleich zwischen Datenschutz und Interessen von Rechteinhabern" href="http://www.musikindustrie.de/aktuell_einzel/back/84/news/urteil-zur-vorratsdatenspeicherung-ermoeglicht-fairen-ausgleich-zwischen-datenschutz-und-interessen-v/">frohlockt dann auch bereits</a>.</p>
<p>Alles in allem also ein entt&#228;uschendes Urteil.</p>
<p>Empfehlenswertes zum Weiterlesen:<br />
<a title="spiegelfechter.com: Die Vorratsdatenspeicherung ist tot, es lebe die Vorratsdatenspeicherung" href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2048/die-vorratsdatenspeicherung-ist-tot-es-lebe-die-vorratsdatenspeicherung">Der Spiegelfechter</a><br />
<a title="ferner-alsdorf.de: BVerfG zur Vorratsdatenspeicherung: Erste Anmerkungen" href="http://www.ferner-alsdorf.de/2010/03/bverfg-zu-vorratsdatenspeicherung-erste-anmerkungen-vds/">Rechtsanwalt Jens Ferner</a><br />
<a title="verfassungsblog.de: Vorratsdatenspeicherung: Kein Grund zum Jubeln" href="http://verfassungsblog.de/vorratsdatenspeicherung-kein-grund-zum-jubeln/">Jurist Max Steinbeis</a><br />
<a title="sueddeutsche.de: Gruslige Aussichten" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/577/504786/text/">Heribert Prantl in der S&#252;ddeutschen Zeitung</a></p>
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		<title>Westerwelle und der Lohnabstand</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 23:48:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wei&#223;, ich bin ein bisschen sp&#228;t dran mit einer Meinung zur Hartz-IV-Debatte und Westerwelles Gegeifer. Zu seinem Artikel in der &#8220;Welt&#8221; ist eigentlich alles gesagt. Nat&#252;rlich ist Sozialstaat kein &#8220;Sozialismus&#8221;, Hartz IV kein &#8220;Wohlstand&#8221; sondern eben nur Grundversorgung und sein Bild von der &#8220;sp&#228;tr&#246;mischen Dekadenz&#8221; ist schief bis zum gehtnichtmehr. Dekadenz ist dem Grunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wei&szlig;, ich bin ein bisschen sp&auml;t dran mit einer Meinung zur Hartz-IV-Debatte und Westerwelles Gegeifer. Zu seinem <a title="welt.de: An die deutsche Mittelschicht denkt niemand" href="http://www.welt.de/debatte/article6347490/An-die-deutsche-Mittelschicht-denkt-niemand.html">Artikel in der &#8220;Welt&#8221;</a> ist eigentlich alles gesagt. Nat&uuml;rlich ist Sozialstaat kein &#8220;Sozialismus&#8221;, Hartz IV kein &#8220;Wohlstand&#8221; sondern eben nur Grundversorgung und sein Bild von der &#8220;sp&auml;tr&ouml;mischen Dekadenz&#8221; ist <a title="spiegel.de: Er kam, sah und patzte" href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,677225,00.html">schief</a> bis zum gehtnichtmehr. Dekadenz ist dem Grunde nach ein Verhalten einer kleinen, abgehobenen Oberschicht.</p>
<p>Was aber in der Debatte in meinen Augen ein bisschen untergeht sind 2 Dinge: sinkende Reall&ouml;hne in den letzten Jahren und der Selbstbetrug Vollbesch&auml;ftigung.</p>
<p>Westerwelle hat in einem Punkt recht: wer arbeitet muss mehr verdienen als derjenige, der das nicht tut. Damit sagt er etwas sehr offensichtliches und spricht diese Wahrheit leider nicht sehr gelassen aus. Es geht dann immer um das sog. Lohnabstandsgebot. Man kann nun versuchen, diesen Lohnabstand wieder herzustellen, indem man Sozialleistungen k&uuml;rzt. Dann ist kurzfristig Arbeit wieder lohnender. Die Sache hat aber zwei Haken: einerseits kann man nicht beliebig k&uuml;rzen (sp&auml;testens nicht mehr seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts) und andererseits werden die L&ouml;hne weiter fallen, weil ja auch f&uuml;r weniger Geld immer noch Leute zu arbeiten bereit sind. Somit dreht sich die Spirale nur ein St&uuml;ck weiter nach unten und nach 1-2 Jahren h&auml;tten wir die gleiche Situation &#8211; nur eine Einkommensetage tiefer. &Uuml;ber eine Absenkung der Sozialleistungen bzw. Hartz IV kriegt man das Problem Lohnabstand also nicht in den Griff.</p>
<h4>Sinkende Reall&ouml;hne und Ausdehnung des Niedriglohnsektors</h4>
<p>Das Problem des fehlenden Lohnabstands ist aber kein Phantom, sondern Realit&auml;t und hat sich deshalb so versch&auml;rft, weil in den letzten Jahren politisch gewollt und forciert der Niedriglohnsektor ausgebaut wurde und Lohnsteigerungen als Teufelswerk verschrien waren (und immer noch sind). Und tats&auml;chlich sind die Reall&ouml;hne in den letzen Jahren entgegen der Tendenz in Europa in Deutschland <a title="spiegel.de: Deutschland schw&auml;chelt bei Entwicklung der Reall&ouml;hne" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,579103,00.html">gesunken</a>. Noch schlimmer sieht das Bild aus, guckt man die Lohnentwicklung <a title="fr-online.de: L&ouml;hne st&uuml;rzen ab" href="http://fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1583179&amp;">nach Einkommensgruppen gestaffelt an</a>: das untere Einkommensviertel &#8211; die Niedrigl&ouml;hner &#8211; haben zwischen 1995 und 2006 fast 14% verloren.<br />
Das kommt dabei raus, wenn man einen flexiblen Arbeitsmarkt mit einem Niedriglohnsektor schafft. Dann geht er dahin, der Lohnabstand. Dass nun ausgerechnet Westerwelle dieses Ergebnis einer Arbeitsmarktpolitik in seinem Sinne beweint <a title="carta.info: Niedriglohn und Flexibilisierung: Abbau der Mittelschicht &agrave; la FDP" href="http://carta.info/23135/westerwelle-lohnabstand-arbeitsmarktpolitik/">ist gaga</a>.</p>
<p>Und wer sich &uuml;ber jeden niedrigen Tarifabschluss freut, der gerademal einen Inflationsausgleich bringt, der soll andererseits nicht fordern, dass sich Arbeit wieder lohnen muss. Das Gejammere &uuml;ber Lohnerh&ouml;hungen ist dabei immer gleich gro&szlig;, egal ob es wirtschaftlich l&auml;uft oder nicht, Lohnzur&uuml;ckhaltung war das Mantra der letzten Jahre. Geht es nach den Arbeitgebern und den medial pr&auml;senten Wirtschaftwissenschaftlern, ist es nie eine gute Zeit f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne: erst darf das zarte Pfl&auml;nzchen Aufschwung nicht zertrampelt werden, dann will man den Aufschwung nicht abw&uuml;rgen, dann kommt schon wieder der Abschwung, wo es nun &uuml;berhaupt nicht geht. So geht das nun schon ein paar Jahre.</p>
<h4>Millionen fehlender Arbeitspl&auml;tze</h4>
<p>Die n&auml;chste Sache: Hartz IV mit seinen ganzen Sanktionen geht eigentlich davon aus, dass f&uuml;r jeden eine bezahlte Arbeit auf dem Arbeitsmarkt vorhanden ist. Und auch in der ganzen Debatte gehen wir stillschweigend davon aus, dass dem so ist. Das ist nat&uuml;rlich gro&szlig;er Quatsch.<br />
Wir liegen <a title="arbeitsagentur.de: Arbeitsmarkt im Februar 2010" href="http://www.arbeitsagentur.de/nn_27030/zentraler-Content/Pressemeldungen/2010/Presse-10-011.html">im Moment</a> bei etwa 3,5 Mio. offiziellen Arbeitslosen und etwa 270.000 gemeldeten offenen Stellen. Viele Stellen werden nicht der Bundesagentur gemeldet und so d&uuml;rfte <a title="arbeitsagentur.de: Arbeitskr&auml;ftenachfrage Februar 2010" href="http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000100/html/sonder/stellenangebot_deutschland/bericht_februar_2010_ba_bekannte_stellen.pdf">die tats&auml;chliche Zahl</a> (PDF)irgendwo bei einer halben Million liegen. Schon mit diesen Zahlen ergibt sich dann eine Diskrepanz zwischen Soll und Haben von 3 Millionen. Sieht man dann noch, wieviele Menschen aber <a title="faz.net: 3,2 Millionen Arbeitslose gelten nicht als arbeitslos" href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E4CD6FB4CCAF94A538C5855380AA83774~ATpl~Ecommon~Scontent.html">tats&auml;chlich</a> <a title="sueddeutsche.de: Jenseits der F&uuml;nf-Millionen-Marke" href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/895/433644/text/">arbeitslos</a> bzw. arbeitssuchend sind, verdoppelt sich die Differenz schnell mal auf 6 Mio. Insofern lenkt das Rumgehacke auf den Arbeitslosen vom eigentlichen Problem ab: nicht die paar tausend Arbeitsunwilligen sind das Problem, sondern die Millionen fehlenden Arbeitspl&auml;tze.<br />
Diese Millionen Arbeitslosen dr&uuml;cken das Lohnniveau, weil sich somit immer Leute finden lassen, die f&uuml;r niedrige L&ouml;hne arbeiten (m&uuml;ssen) und die Sanktionsmechanismen von Hartz IV sorgen daf&uuml;r, dass man diese Lohndr&uuml;ckerei mitmachen muss.</p>
<p>Wie k&ouml;nnte eine L&ouml;sung aussehen? Einerseits hat der <a title="freitag.de: Ein Gebot des Abstands" href="http://www.freitag.de/politik/1008-hartz-westerwelle-leistung-hartz-mindestlohn-abstandsgebot">Mindestlohn</a> seinen Reiz und w&auml;re schnell per Gesetz umzusetzen. <a title="tagesschau.de: DGB schraubt Mindestlohn-Ziel auf 8,50 Euro hoch" href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/dgb156.html">8,50 &euro; pro Stunde</a>, also etwa 1400 &euro; brutto im Monat, w&auml;ren f&uuml;r viele im Niedriglohnsektor eine schnelle und effektive Lohnsteigerung.<br />
Andererseits hat ein bedingungsloses Grundeinkommen ganzheitlich gesehen den gr&ouml;&szlig;eren Reiz. Der n&ouml;tige Lohnabstand w&uuml;rde sich dann <a title="weissgarnix.de: Theorie vom fehlenden Arbeitsanreiz macht keinen Sinn" href="http://www.weissgarnix.de/2010/02/06/theorie-vom-fehlenden-arbeitsanreiz-macht-keinen-sinn/">automatisch einstellen</a>, weil ein echter Arbeitsmarkt entstehen w&uuml;rde: die potentiellen Arbeitnehmer h&auml;tten n&auml;mlich die reale M&ouml;glichkeit, niedrigbezahlte Arbeit abzulehnen. Damit h&auml;tten die Arbeitnehmer eine Marktmacht. Muss die Arbeit trotzdem gemacht werden, m&uuml;ssen die L&ouml;hne entsprechend h&ouml;her sein als das Grundeinkommen. Ein erh&ouml;hter Hartz IV-Satz ohne Sanktionen w&auml;re ein ziemlich einfach umzusetzendes Grundeinkommen.</p>
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		<title>Kleiner Jahresr&#252;ckblick 2009</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2010/01/01/kleiner-jahresrueckblick-2009/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 18:09:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[nachdenkliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Vertane Chance. Das Jahr beginnt hoffnungsvoll: Barack Obama wird US-Pr&#228;sident und die (wirtschafts-)konservative FAZ bringt eine Serie zur Zukunft des Kapitalismus. Auch sonst wird viel &#252;ber den Kapitalismus geredet und geschrieben. Tenor: So wie bisher geht es nicht weiter, kann es nicht weitergehen. Es schien, als h&#228;tte man begriffen, dass der Markt dem Menschen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vertane Chance.</strong> Das Jahr beginnt hoffnungsvoll: <a title="Vision&#228;r Obama" href="http://blog.tobias-haase.de/2009/01/20/visionaer-obama/">Barack Obama wird US-Pr&#228;sident</a> und die (wirtschafts-)konservative FAZ bringt <a title="faz.de: Serie Die Zukunft des Kapitalismus" href="http://www.faz.net/s/Rub9A19C8AB8EC84EEF8640E9F05A69B915/Tpl~Ecommon~SThemenseite.html">eine Serie zur Zukunft des Kapitalismus</a>. Auch sonst wird viel &#252;ber den Kapitalismus geredet und geschrieben. Tenor: So wie bisher geht es nicht weiter, kann es nicht weitergehen. Es schien, als h&#228;tte man begriffen, dass der Markt dem Menschen zu dienen habe und nicht umgekehrt.<br />
Die Finanz- und sp&#228;ter dann die Wirtschaftskrise schwappte aus dem Jahr 2008 ins vergangene Jahr rein. Die Geldwirtschaft stand am Abgrund, es erfolgte die Rettung durch Staat und Gesellschaft (vulgo: Steuerzahler). Genau der Staat, sich zuvor aus immer mehr Bereichen heraushalten sollte, musste nun einspringen und hunderte Milliarden ausgeben, weil Bankster sich mit &#8220;Wert&#8221;papieren verzockt hatten, die sie selbst nicht verstanden hatten und deren Risiko keiner mehr einsch&#228;tzen konnte.</p>
<p>Doch dann: im Laufe des Jahres erholten sich die Banken aufgrund der Staatsgarantien und des zinslosen Geldes der Zentralbanken wieder. Die Regierungen vers&#228;umten es, den Banken im Gegenzug zur milliardenteuren Rettung klare Regeln aufzuzwingen. <a title="spiegel.de: Kapitulation vor dem Monopoly-Monster" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,668324,00.html">Mittlerweile machen die Banken &#228;hnlich weiter wie wie bisher</a>. Aber eins haben sie gelernt: sie k&#246;nnen nicht pleite gehen, sie sind <em>too big to fail</em>. Was bisher nur ein Postulat war, wurde jetzt zur Gewissheit. Die politische Konsequenz daraus aber fehlt: Entweder d&#252;rfen Banken nicht mehr so gro&#223; werden, dass ihre Pleite weitere Kreise zieht oder sie m&#252;ssen so streng reguliert werden, dass eine Pleite faktisch ausgeschlossen wird.<br />
Eine Branche ist erstaunlich gut weggekommen: die Ratingagenturen. Sie haben mit ihren Bewertungen erst daf&#252;r gesorgt, dass diese Spekulation in diesem Ausma&#223; &#252;berhaupt m&#246;glich war. &#196;nderungen am Ratingwesen? Fehlanzeige.</p>
<p>Zusammen mit der Diskussion um einen gez&#228;hmten Kapitalismus und dem bevorstehenden Klimawandel schien es f&#252;r mich als w&#252;rde es tats&#228;chlich in Richtung Nachhaltigkeit gehen.<br />
Doch bisher hat sich nicht viel bewegt: <a title="Klimagipfel in Kopenhagen ist kl&#228;glich gescheitert" href="http://blog.tobias-haase.de/2009/12/21/klimagipfel-in-kopenhagen-ist-klaeglich-gescheitert/">der Klimagipfel in Kopenhagen war ein Reinfall</a> und aus den L&#246;chern kommen jetzt wieder die Quacksalber, die uns marktliberale Reformen aufschwatzen wollen. Symptomatisch daf&#252;r: das sog. &#8220;Wachstumsbeschleunigungsgesetz&#8221; der schwarz-gelben Bundesregierung &#8211; als wenn uns beschleunigtes Wachstum langfristig vor irgendetwas retten k&#246;nnte. Chance vertan.</p>
<p><strong>Hoffnung.</strong> Die heftige Debatte um die Internetsperren von Zensursula waren die <a title="Erweckung" href="http://blog.tobias-haase.de/2009/06/19/erweckung/">Initialz&#252;ndung</a>: es entstand eine politische Bewegung im Netz. Mit Demonstrationen und einer erfolgreichen (aber vom Bundestag vorerst ignorierten) Petition und <a title="Zunehmende Politisierung in den Blogs" href="http://blog.tobias-haase.de/2009/06/07/zunehmende-politisierung-in-den-blogs/">vielen Debatten</a> im Netz. Au&#223;erdem wurde eine neue Partei an die Oberfl&#228;che gesp&#252;lt und erstmals sichtbar: <a title="Piratenpartei Deutschlands" href="http://piratenpartei.de">die Piratenpartei</a>. Der Anfang einer neuen Bewegung, geboren im Netz? Mal gucken, wohin es mit der Piratenpartei geht, ob man diese Bewegung verstetigen kann. Ich bin gespannt.</p>
<p><strong>Pr&#228;gendstes Buch.</strong> Das war in diesem Jahr das Buch <a title="amazon.de: Grenzen des Wachstums - Das 30-Jahre-Update: Signal zum Kurswechsel" href="http://www.amazon.de/Grenzen-Wachstums-30-Jahre-Update-Signal-Kurswechsel/dp/3777613843">&#8220;Grenzen des Wachstums &#8211; Das 30-Jahre-Update&#8221;</a> von Dennis Meadows. Es ist kein apokalyptisches Buch, aber ein sehr eindringliches. Wir untersch&#228;tzen die Wucht des exponentiellen Wachstums und der Markt ist blind f&#252;r Vorg&#228;nge in der Natur.<br />
Ebenfalls gut: <a title="amazon.de: Wie wir arbeiten werden. Der neue Bericht an den Club of Rome." href="http://www.amazon.de/arbeiten-werden-neue-Bericht-Rome/dp/3453155238">&#8220;Wie wir arbeiten werden&#8221;</a>: Der Weg in die Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft, bedingsloses Grundeinkommen, neue Formen der Arbeit, Erwerbsarbeit allein wird nicht die Zukunft sein.</p>
<p><strong>Entt&#228;uschendstes Buch.</strong> <a title="amazon.de: Gescheitert: Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert" href="http://www.amazon.de/Gescheitert-Warum-Politik-Wirtschaft-kapituliert/dp/3938060220">&#8220;Gescheitert: Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert&#8221;</a> von Heiner Flassbeck. Zuviel Rechthaberei, zuviel &#8220;hab ich ja schon immer gewusst/gesagt&#8221;, Flassbeck ist weiterhin in der Wachstumideologie gefangen. Au&#223;erdem wird die Titelfrage nicht beantwortet. Schade, ich hatte mehr erwartet.</p>
<p><strong>Erkenntnis.</strong> Kapitalismus ist ein <a title="weissgarnix.de: Game Over mit 3-maliger Ansage" href="http://www.weissgarnix.de/2008/03/20/game-over-mit-3-maliger-ansage/">Schneeball-, Kettenbriefsystem bzw. Pyramidenspiel</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Klimagipfel in Kopenhagen ist kl&#228;glich gescheitert</title>
		<link>http://blog.tobias-haase.de/2009/12/21/klimagipfel-in-kopenhagen-ist-klaeglich-gescheitert/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 18:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[nachhaltiges]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.tobias-haase.de/?p=550</guid>
		<description><![CDATA[Die UN-Klimakonferenz von Kopenhagen, die ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls (l&#228;uft 2012 aus) aushandeln sollte, war ein Reinfall. Die Abschlusserkl&#228;rung (PDF) hat keinen bindenden, rechtswirksamen Charakter, &#252;ber sch&#246;ne Worte in Absichtserkl&#228;rungen kam man wieder einmal nicht hinaus. Wieder einmal wird betont, welche schlimme Sache der Klimawandel ist und dass man alles daran setzen will, dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="de.wikipedia.org: UN-Klimakonferenz in Kopenhagen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Klimakonferenz_in_Kopenhagen">UN-Klimakonferenz von Kopenhagen</a>, die ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls (l&#228;uft 2012 aus) aushandeln sollte, war ein Reinfall. Die <a title="unfccc.int: United Nations Framework Convention on Climate Change: Copenhagen Accord" href="http://unfccc.int/files/meetings/cop_15/application/pdf/cop15_cph_auv.pdf">Abschlusserkl&#228;rung</a> (PDF) hat keinen bindenden, rechtswirksamen Charakter, &#252;ber sch&#246;ne Worte in Absichtserkl&#228;rungen kam man <a title="Ein Witz namens Klimaschutz" href="http://blog.tobias-haase.de/2007/06/07/ein-witz-namens-klimaschutz/">wieder</a> <a title="Maximal 2 Grad mehr und alles ist prima beim Klima?" href="http://blog.tobias-haase.de/2009/07/08/maximal-2-grad-mehr-und-alles-ist-prima-beim-klima/">einmal</a> nicht hinaus. Wieder einmal wird betont, welche schlimme Sache der Klimawandel ist und dass man alles daran setzen will, dass die Erde nur um 2°C w&#228;rmer wird. Nur: konkrete <em>Handlungen</em> zur Abwendung der Gefahr wurden nicht beschlossen.</p>
<p>Wer daran jetzt nun schuld ist, interessiert mich im einzelnen gar nicht. Ich bin &#252;ber das grandiose Scheitern der Politiker entsetzt: Man sieht die Gefahr, aber <em>tut</em> nichts, um sie einzud&#228;mmen.</p>
<p>Was mich daran besonders pessimistisch stimmt: Der Klimawandel ist nur ein Problemfeld auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Und er ist imho nicht mal das schwierigste Problem: der &#220;bergang zu einer CO2-freien Energieerzeugung ist aufgrund schwindender fossiler Energietr&#228;ger alternativlos und au&#223;erdem wird die Erde durch die Sonne mit genug Energie versorgt.<br />
Wenn es also schon beim Thema CO2-Reduktion zu keiner Einigung kommt, obwohl das Thema sehr prominent ist, wie sieht es dann erst bei anderen Problemfeldern aus: &#220;berfischung der Meere, abnehmender fruchtbarer Boden, Nahrungsmittelknappheit, Abholzung, schwindende Rohstoffreserven, Wassermangel etc. pp.</p>
<p>Mir scheint, man hat den Ernst der Lage in Kopenhagen nicht erkannt. Auch die deutsche Industrie und vorneweg Umweltminister R&#246;ttgen und Kanzlerin Merkel sehen offenbar im Klimawandel in erster Linie eine Gesch&#228;ft f&#252;r die deutsche Umwelttechnologie. Doch Technologie allein wird uns nicht retten. Es wird nicht gen&#252;gen, aus dem Benziner oder Diesel aus- und in ein Elektro- oder Wasserstoffauto einzusteigen.</p>
<p>Meadows hat recht, <a title="spiegel.de: Kopenhagen ist ein T&#228;uschungsman&#246;ver" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665732,00.html">wenn er sagt</a>, Kopenhagen ist ein T&#228;uschungsman&#246;ver. Solange wir nicht bereit sind, unseren Lebensstil zu &#228;ndern, solange fahren wir weiter auf den Abgrund zu.</p>
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		<title>Tanklasterbombardierung in Afghanistan: Es war eine gezielte T&#246;tung</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 22:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor gut einer Woche hatte ich noch gemutma&#223;t, dass es bei dem Tanklasterangriff nahe Kunduz in Afghanistan nicht um die Zerst&#246;rung der festsitzenden LKW ging, sondern dass es f&#252;r mich nach gezielter T&#246;tung der Menschen vor Ort aussah.
Seit Samstag herrscht dar&#252;ber Gewissheit. Im ComISAF-Bericht (Bericht des Oberkommandierenden der ISAF-Truppe McChrystal) steht das so drin und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor gut einer Woche <a title="Tanklasterbombardierung durch die Bundeswehr: Zwei L&#252;gen f&#252;r ein Halleluja" href="http://blog.tobias-haase.de/2009/12/05/tanklasterbombardierung-durch-die-bundeswehr-zwei-luegen-fuer-ein-halleluja/">hatte ich noch gemutma&#223;t</a>, dass es bei dem Tanklasterangriff nahe Kunduz in Afghanistan nicht um die Zerst&#246;rung der festsitzenden LKW ging, sondern dass es f&#252;r mich nach gezielter T&#246;tung der Menschen vor Ort aussah.<br />
Seit Samstag herrscht dar&#252;ber Gewissheit. Im ComISAF-Bericht (Bericht des Oberkommandierenden der ISAF-Truppe McChrystal) <a title="sueddeutsche.de: Bundeswehr wollte Taliban t&#246;ten" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/61/497367/text/">steht das</a> <a title="sueddeutsche.de: Er hat die Menschen als Ziel, nicht die Fahrzeuge" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/88/497394/text/">so drin</a> und auch <a title="spiegel.de: Oberst Klein wollte Feinde des Wiederaufbaus treffen" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666677,00.html">in einer Meldung des deutschen Oberst Klein</a> (vom 6. September!) an den damaligen GI Schneiderhan beschreibt er das so:</p>
<blockquote><p>Am 4. September um 01.51 Uhr entschloss ich mich, zwei am Abend des 3. September entf&#252;hrte Tanklastwagen sowie an den Fahrzeugen befindliche INS (Insurgents, auf Deutsch: Aufst&#228;ndische) durch den Einsatz von Luftstreitkr&#228;ften zu vernichten.</p></blockquote>
<p>M&#246;chte man <a title="lvz.de: Neue Hinweise auf regierungsintern genehmigte T&#246;tungsaktion im Fall Kundus" href="http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/topthema/neue-hinweise-auf-regierungsintern-genehmigte-toetungsaktion-im-fall-kundus/r-topthema-a-5745.html">der Leipziger Volkszeitung glauben</a>, dann war der n&#228;chtliche Angriff kein spontaner Einfall von Oberst Klein, sondern vielmehr das Ergebnis einer Eskalationsstrategie, zu der eben auch die gezielte T&#246;tung von Taliban geh&#246;ren sollte. Kanzleramt, Verteidigungsministerium und BND haben diese Strategie ausgearbeitet und abgesegnet.</p>
<p>Wow.<br />
Im Grunde lie&#223; ja der Ablauf in der entsprechenden Nacht auch keinen anderen Schluss zu, als dass die Bundeswehr gezielt Afghanen t&#246;ten wollte. Aber wenn ich das nun so schwarz auf wei&#223; lese &#8211; nennt mich naiv, aber bisher dachte ich, die Bundeswehr h&#228;lt sich aus sowas raus. Dieser Luftschlag passt auch nicht ins Bild einer &#8220;Aufbaumission&#8221;.</p>
<p>Damit bekommt diese Nacht vom 3. auf den 4. September eine ganz neue Dimension. Bisher hie&#223; es ja, die Get&#246;teten seien halt bedauerlicherweise Opfer des Angriffs geworden, weil man die Tanklaster zerst&#246;ren wollte, die zu rollenden Bomben umfunktioniert werden sollten. Jetzt wird aber klar, dass der Angriff Teil einer neuen, h&#228;rteren Gangart ist, dass die Exekution der Menschen <em>Absicht</em> war.<br />
Vor diesem Hintergrund werden auch die Handlungen von Oberst Klein zumindest milit&#228;risch nachvollziehbar. Ihm blieb in der Nacht gar nichts anderes &#252;brig, als den <em>close air support</em> <a title="Tanklasterbombardierung durch die Bundeswehr: Zwei L&#252;gen f&#252;r ein Halleluja" href="http://blog.tobias-haase.de/2009/12/05/tanklasterbombardierung-durch-die-bundeswehr-zwei-luegen-fuer-ein-halleluja/">anzul&#252;gen</a>, es bestehe Feindkontakt und es g&#228;be eine unmittelbare Bedrohung. Die Bundeswehr hat nur Sch&#252;tzenpanzer und Tornadoaufkl&#228;rer vor Ort, hat also f&#252;r solche Art von Luftschlag gar nicht Ausr&#252;stung in Afghanistan.</p>
<p>Immer interessanter wird jetzt die Frage &#8220;Wer wusste wann was?&#8221;. Durch den Bericht von Klein vom 6. September, sp&#228;testens aber seit dem ComISAF-Bericht vom 28. Oktober der Bundesregierung klar, was bzw. eben wer das Ziel des Angriff war: eine Gruppe Taliban, darunter offenbar 4 Anf&#252;hrer. Die Bundesregierung wusste das (oder zumindest: musste das wissen), hat aber weiterhin die Darstellung aufrecht erhalten, nach der die Tanklaster das Ziel waren. &#220;berrascht d&#252;rfte in der Regierung eh niemand gewesen sein, wenn die Sache mit der Eskalationsstrategie stimmt.<br />
Interessantes Detail am Rande: <a title="news-adhoc.com: Guttenberg gew&#228;hrt Fraktionen Einsicht in NATO-Bericht" href="http://www.news-adhoc.com/guttenberg-gewaehrt-fraktionen-einsicht-in-nato-bericht-idna2009103061843/">die Fraktionsvorsitzenden hatten seit November Einsicht in den ComISAF-Bericht</a>. &#220;berrascht &#252;ber die jetzt bekannt gewordenen Details &#252;ber die wahre Absicht des Bombardements d&#252;rfte man auch dort nicht sein.</p>
<p>Mal gucken, ob der Untersuchungsausschuss Licht ins Dunkel bringen kann und ob sich insbesondere die Eskalationsstrategie beweisen l&#228;sst. Sp&#228;testens dann w&#228;re eine Debatte n&#246;tig, was die Bundeswehr in Afghanistan tun soll (k&#228;mpfen vs. aufbauen) und was die Bundesrepublik dort eigentlich will. Wollen wir dort mit allen Mitteln des Krieges Taliban jagen oder wollen wir wirklich Aufbauhilfe leisten? Sind pr&#228;ventive Luftschl&#228;ge ok, auch wenn keine konkrete Gefahr besteht sondern nur irgendwann mal von diesen Menschen ausgehen <em>k&#246;nnte</em>?<br />
Was wusste eigentlich Kanzlerin Merkel? Ich kann mir nicht vorstellen, dass 140 Menschen in Afghanistan sterben und Frau Merkel geht zur Tagesordnung &#252;ber. Und was wusste der damalige Au&#223;enminister Steinmeier? Das Ausw&#228;rtige Amt ist formal federf&#252;hrend bei Auslandsmandaten.</p>
<p>Das andere m&#246;gliche Ergebnis des Untersuchungsausschusses: man tut seitens der Bundesregierung den Luftschlag als &#220;berreaktion von Oberst Klein ab und bem&#252;ht sich weiter um die Aufrechterhaltung des Bildes der Bundeswehr als bewaffnetes THW.</p>
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