Petition für Open Access

Lars Fischer hat eine Petition gestartet, in der gefordert wird, dass öffentlich finanzierte Forschung allen Bürgern kostenlos zugänglich gemacht wird. Lars erklärt in einem Blogeintrag die Petition auch noch mal näher. Zahlreiche Wissenschaftsorganisationen sind ebenfalls dafür.
Also: durchlesen und bei Zustimmung mitunterzeichnen.

Sinn der Petition ist es, dass wissenschaftliche Artikel auch frei verfügbar sein müssen, wenn die Forschung dahinter mit öffentlichen Gelder (was zum allerallergrößten Teil der Fall ist) bezahlt worden ist. Im Normalfall ist es nämlich so, dass wissenschaftliche Aufsätze (sog. „Paper“) in Fachzeitschriften publiziert werden. Der Zugang zu diesen Zeitschriften ist häufig nur gegen saftige Abogebühren möglich (oder gegen hohe Gebühren für einen einzigen Artikel). Wer keinen Zugang über die Uni oder eine Bibliothek hat, guckt in die Röhre. Das soll sich ändern, indem alle Paper auch auf einem sinnigerweise zentralen Server frei zugänglich gemacht werden – für jeden Interessierten.

Der beste Weg wäre es natürlich, wenn alle Zeitschriften nur noch nach dem Open-Access-Modell funktionieren würden. Dahin ist es aber ein weiter Weg, weil Wissenschaftsverlage prächtig am bisherigen Prinzip verdienen. Wissenschaftler suchen sich für ihre Publikationen das Journal mit dem höchsten Ansehen („Impact Factor“) aus, das jeweilige Access-Modell spielt dabei meist keine Rolle.
Das zu ändern ist aber langer Prozess, der aber schon begonnen hat. Das aber nur zur Information, das ist nicht Bestandteil der Petition.

Open Access sollte in einer Wissensgesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein – erst recht, wenn die Forschung von der Gesellschaft auch bezahlt wird.

[via: Jens Scholz und heise online]

20. Jahrestag des Mauerfalls

Ich hätte einen Wunsch zum heutigen 20. Jahrestag des Mauerfalls: Der Terminus „Neue Bundesländer“ möge bitte aus dem Sprachgebrauch verschwinden.

20 Jahre nach der Wende und 19 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die 5 ostdeutschen Bundesländer nämlich nicht mehr neu. Nach 19 Jahren ist so gut wie nichts mehr neu.

Ansonsten: Ich bin ein Ossi (ich war 10 Jahre alt als die Mauer fiel), ich bin froh über die Wende, aber ich bin auch froh, ein gutes Stück meiner Kindheit in der DDR verbracht zu haben. Überfluss und alles-haben-wollen kamen danach noch früh genug. Es gab in der DDR wenig Möglichkeiten, sich materiell abzugrenzen, wir hatten alle das gleiche und gleich wenig. Das macht für Eltern und Kinder den Alltag ein bisschen leichter, glaube ich.

Ich weiß allerdings auch noch, wie es dann plötzlich Matchboxautos nicht nur zu Weihnachten im Intershop gab und ich mir aus 20, 25 Stück eins aussuchen musste, das dann eine Entscheidung für ein ganzes Jahr war, was für ein Kind eine halbe Ewigkeit ist. Ich kann mich auch noch an den ersten Besuch in West-Berlin erinnern, ans Abholen des Begrüßungsgeldes in einer Bank in Berlin-Spandau und das erste Mal in einem West-Kaufhaus (Woolworth, soweit ich mich erinnern kann).

Heute arbeite ich mit Kollegen aus dem Osten und dem Westen zusammen und es ist vollkommen egal, wo jemand herkommt. Ich kann das Gerede von den vermeintlich tiefen Gräben zwischen Ost und West nicht leiden.