Mehrweganteil sinkt – trotz oder wegen des Dosenpfands

Interessante Sache: Die Mehrwegquote ist stark zurückgegangen. Das könnte zu einem nicht unerheblichen Teil am Dosenpfand liegen, das kurioserweise gerade deshalb eingeführt wurde, weil die Mehrwegquote unter einen bestimmten Schwellenwert gesunken war.

Der Grund meines Erachtens: Bei den gesammelten Einwegflaschen hat man das Gefühl, es handele sich um Mehrweg. Man hebt sie auf, sammelt sie und bringt sie zurück und erhält Pfand wieder. Ganz so wie bei Mehrweg auch. Das eigenhändige Wegwerfen, verbunden vielleicht mit einem unguten Gefühl, entfällt somit.

Außerdem: wenn man die Pullen eh zurückbringen muss, dann kann man auch gleich zu den leichteren Einwegflaschen greifen: als praktischer 1,5-Liter-6er-Pack mit Trageschlaufe. Gibt es vergleichbares in Mehrweg?
Gedacht war es sicher genau umgekehrt: Wenn überall Pfand drauf ist, greift der Verbraucher eben zum Mehrweg. Offenbar sind die Mehrwegprodukte nicht attraktiv genug gegenüber den Einweggetränken.

[via: Egghat’s Blog]

Datenschutz kommt wieder in Mode?

Heute kommt Datenschutz wieder in Mode? Soso. Gestern noch das Telefon-, Surf- und E-Mailverhalten ohne Anlass auf Vorrat speichern, Onlinedurchsuchung ohne Rücksicht auf Verluste, Mautdaten gegen alles mögliche einsetzen wollen, Fingerabdrücke in den Pass und die ganze Krankengeschichte auf die Krankenkassenkarte packen und Daten in die USA verschicken. Noch gestern war doch Datenschutz gleich Täterschutz.

Sogar Hardliner wie Bosbach von der CDU empfinden plötzlich Sympathie für den Datenschutz – in der Wirtschaft. Wenn er fordert, „dass personenbezogene Daten nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen weitergegeben werden dürfen“, dann hat er ganz sicher nicht die oben genannte staatliche Datensammelwut im Blick.
Mir ist es aber letztlich wurscht, durch wen meine Daten verteilt werden. Gesetze, die die Datenweitergabe einschränken, sind gut. Noch wichtiger ist aber zu verhindern, dass Daten überhaupt unnötigerweise gespeichert, um dann zusammengeführt, zentralisiert und abgeglichen zu werden. Wo keine Daten sind, kann auch nicht weitergegeben oder missbraucht werden.

Strengere Datenschutzrichtlinien für die Wirtschaft sind nötig, aber es darf nicht dabei bleiben. Der Staat selbst sammelt mehr und mehr sensible Daten und dort sind sie nicht besser aufgehoben als in Unternehmen.