Zu viele widerliche Politiker

Preisfrage: Woran merkt man, dass die CDU/CSU im allgemeinen und Roland Koch im besonderen gerade im Wahlkampf sind und dass es nicht gut aussieht in den Umfragewerten?

Genau: Man betreibt ein bisschen Ausländerhetze („Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer“) und schürt die Angst vor steigender Kriminalität. Wie damals im Wahlkampf ’98/’99, wo Koch mit der unseligen Unterschriftenkampagne gegen den Doppelpass Stimmen sammelte. Schon damals fischte Koch in trüb-braunen Gewässern und es kamen Menschen an die CDU-Stände, die danach fragten, wo man denn „gegen die Ausländer unterschreiben kann“.

Dabei könnten die Antworten auf die Frage, warum Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund überproportional viele Gewalttaten verüben – die Frage nach den Ursuchen also – sehr interessant sein. Man würde vielleicht auf Dinge wie eine zerfallene Gesellschaft, abgehängte Arbeitslose, ein schlechtes Bildungssystem mit zu geringer Förderung Schwächerer und eine schlechte Integrationspolitik seit Jahrzehnten treffen.

Ursachen bekämpfen dauert lange, kostet Geld und man kann nicht den starken Mann markieren. Eignet sich also für einen Wahlkampf offenbar nur bedingt. (Eine argumentativ statt plakativ geführte Wahlkampf-Endphase Wahlkampf ist dann doch ein bisschen viel verlangt, oder?) Stattdessen geht an die Symptombekämpfung: härter bestrafen, länger einsperren, früher einsperren oder ganz gleich aus Deutschland verbannen.

NPD und DVU plakatieren in ihren Wahlkämpfen immer wieder „Kriminelle Ausländer raus“. Das Niveau von Kochs Kampagne ist nicht höher als diese Plakatparolen.

4 Gedanken zu “Zu viele widerliche Politiker

  1. heute früh umgemeldet. Wohne jetzt offiziell in Hessen. Eine Stimme mehr gegen Koch (wobei mir immer noch nicht ganz klar ist, für wen ich am Ende eigentlich stimmen soll, wenn die kleineren Übel ja auch alle schon fast unerträglich groß sind…)

  2. Klingt ja fast nach einer Idee zu einer Bewegung: Umzug in ein Bundesland, in dem widerliche Politiker zur (Wieder-)Wahl stehen. ;-)

    Es wäre ein großes Unglück, wenn Koch einmal mehr mit billigen Gossenthemen die Stimmemehrheit holt. Jetzt fängt er sogar an, von deutscher Müllentsorgung und Hausordnung zu faseln. Den deutschen Spießer wird’s freuen.

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