Achtelfinale auf der Fanmeile

Mittendrin statt nur dabeiAm Samstag, zum Achtelfinalspiel Deutschland gegen Schweden, war ich mit meiner Freundin auf der Fanmeile in Berlin. Die Fanmeile, offiziell „Fan Fest Berlin“ (inklusive Deppenleerzeichen), das ist die abgesperrte Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule, der größte Ort fürs öffentliche Fußballgucken (neudeutsch: Public Viewing) in Berlin.

Um 16 Uhr, also eine Stunde vor Anpfiff des Spiels, wollten wir auf der Fanmeile sein. Reichlich spät, wie wir später feststellten. Die Eingänge am Pariser Platz/Brandenburger Tor und am Reichstag waren schon um 14 Uhr dicht. Ein freundlicher Ordner am Pariser Platz meinte, wir sollten es an einem der anderen Eingänge versuchen und beschrieb und den Weg und gab uns einen Lageplan mit. Ein reichlich genervter und gar nicht freundlicher Ordner am Eingang Reichstag meinte, alle Eingänge seien geschlossen. Ein netter weiblicher Ordner ein paar Meter weiter sagte dann aber, wir sollte es doch ruhig ein Stückchen weiter in Richtung Siegessäule versuchen, da könnte noch ein Eingang offen haben.

So war es dann auch. Der Eingang Entlastungsstraße hatte noch offen, eine Menschentraube stand davor. Nach vielleicht so zehn Minuten durften wir uns dann abtasten und die Rucksäcke kontrollieren lassen. Die Kontrollen sind aber eher Plazebo, so wirklich kontrolliert wird nicht. Lässt sich wohl auch bei diesem Ansturm kaum machen.

Kurz vor fünf waren wir dann drin, haben uns ein schattiges Plätzchen am Rand gesucht, so dass die Sonne weder auf uns noch auf die Bildschirme schien. In der Mitte, auf der Straße, stehen Bänke und Tische, wie man sie von Dorffesten oder Biergärten kennt. Darauf steht dann der harte Kern der Fans, die Frühgekommenen und die schon etwas Betrunkenen. Da muss ich mich nicht mit reinstellen, ich muss mir kein Bier oder Wasser in den Kragen schütten lassen, ich muss mich nicht von wildfremden Leuten umarmen lassen.
Ich mag Massenveranstaltungen nicht sonderlich, aber der große Tiergarten, der links und rechts der Fanmeile liegt, lässt die Bilder aus dem Kopf verschwinden, in denen man sich bei einer Panik an ein Absperrgitter zer- oder gequetscht sieht.

Stimmung war super, die Sicht war ok für uns Spätgekommene. Der Ball war ruhend nicht zu sehen, flog er aber oder kullerte, war er zu sehen. Der Kommentar (von Béla Réty vom ZDF) war aus unserer Position kaum zu verstehen, macht aber nix.
Der Jubel bei den Toren, dem verschossenen Elfmeter und beim Abpfiff war riesig. Ich hab mein Lebtag noch nie soviele Deutschlandfahnen an einem Ort gesehen. Der Anzahl der schwedischen Fans, sofern sie sich mittels Fahnen oder sonstigem Fanschnickschnack als solche zu erkennen gaben, konnte ich an einer Hand abzählen. Insgesamt waren 750.000 Fans auf der Fanmeile, nochmal 250.000 drumherum.

Und hier noch ein paar Bilder:

Am Eingang
Mittendrin statt nur dabei
1:0
2:0
Gelöste Stimmung zur Halbzeit
Immer noch Halbzeit
Abpfiff
Nach dem Abpiff
Müll
Kolleteralschäden
Immer noch voll
Polonaise
Vierbeiniger Fan
Die Hauptbühne vorm Brandenburger Tor

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