Readers Edition: Hier darf Eigenwerbung gemacht werden

Kann bitte jemand die neuen Moderatoren der Readers Edition (RE) zur Vernunft bringen? Unter Bürgerjournalismus verstehe ich jedenfalls keine als Nachricht getarnte Eigenwerbung.

Im Artikel „Hier darf ‚gepusht‘ werden“ wird das Portal Newsider (newsider.de) als „Web 2.0 Community“ beschrieben. Autorin des Beitrages und Betreiberin des beschrieben beworbenen Portals sind ein und die selbe Person.
Sowas nennt sich dann eigentlich Pressemitteilung oder Werbung und sollte als solche gekennzeichnet werden. Noch nicht mal einen Hinweis (Disclaimer), dass Autor des Beitrags und Betreiber des Portals identisch sind, gibt es. Der Artikel steht da, als wäre es ein ganz normaler Nachrichtentext.

Am 19. Februar gab es schon mal einen Artikel über Newsider. Der ist aber jetz weg. Der Googlecache kennt ihn noch. Die letzten beiden Absätze sind in beiden Artikel gleich, der Rest ist neu bzw. neu formuliert. Offenbar hat beim ersten Artikel ein Moderator kalte Füße bekommen und den Beitrag entfernt. Warum allerdings der inhaltlich vollkommen gleichartige Artikel zwei Tage später wieder online gehen darf, ist das Geheimnis der RE.

Nachtrag:  Das hier ist alles nur unqualifiziertes „Blogschnattern“. Will man die RE kritisieren und über Bürgerjournalismus schreiben, dann muss man ganz bestimmte Qualifikationen haben.

32 Gedanken zu “Readers Edition: Hier darf Eigenwerbung gemacht werden

  1. Lieber Autor dieser Zeilen,

    bei dem benannten Portal handelt es sich um ein kostenloses Angebot aus dem Bereich Web 2.0. Insofern ist Ihre Kritik nicht berechtigt, denn ansonsten dürften auch Portale bis hin zu Web-Blogs nicht beschrieben, bzw. über sie geschrieben werden. Ob der Portalbetreiber selbst etwas von seinem kostenlosen Angebot schreibt oder ein anderer, ist ebenfalls unwichtig.

    Wichtig ist lediglich, ob das Angebot tatsächlich kostenfrei ist und den einen oder anderen Leser so etwas interessieren könnte. Und Technik-News können tatsächlich interessant sein.

    Geht es nicht vielleicht doch um etwas ganz anderes? Nämlich darum, unbedingt Haare in der Suppe von Readers Edition zu finden? Darüber sollten einmal jene nachdenken, die sich als Freund und Förderer des Bürgerjournalismus ausgeben, in der Tat aber das Gegenteil praktizieren.

    Eine Plattform wie RE, die den Gedanken des citizen journalism (der in den USA schon seit den 90-ern etabliert ist), benötigt einen gewissen Entwicklungszeitraum. Insofern wird es auch immer etwas geben, was man noch besser machen kann. Allerdings wird man es kaum jedem recht machen können.

    Wir können gerne an anderer Stelle in sachlicher Form weiter über Ihre im Artikel angesprochene Kritik diskutieren.

    Beste Grüße
    Ursula Pidun

  2. p.s. ich erwarte natürlich, dass der Autor und Blobetreiber in Kürze seinen Klarnamen preisgibt. Ansonsten wäre es schon sehr unglaubwürdig, merkwürdig und bedenklich.

    Ursula Pidun

  3. Wichtig ist lediglich, ob das Angebot tatsächlich kostenfrei ist und den einen oder anderen Leser so etwas interessieren könnte.

    Natürlich kann es auf der RE Vorstellungen von Webportalen geben. Aber dann doch bitte mit der nötigen Offenheit, wie das z.B. in Blogs auch üblich ist (oder sein sollte), indem man auf den Zusammenhang zwischen Autor und Webportal hinweist. Ein Disclaimer am Ende eines Artikels hat sich dafür als zweckmäßig erwiesen.

    Bei der RE liegt ja nicht nur ein Haar in der Suppe, das ist ja mittlerweile ein ganzes Büschel. Bürgerjournalismus kann eine tolle Sache, aber wenn die RE das nicht umsetzen kann, dann werde ich sie kritisieren. Ich werde mir diese Kritik nicht verkneifen, nur weil die RE vorgibt, im Namen einer Sache zu agieren, die ich möglicherweise gutfinde.

    Wir können gerne an anderer Stelle in sachlicher Form weiter über Ihre im Artikel angesprochene Kritik diskutieren.

    Ich finde diese Stelle hier ganz gut. Wir können aber auch gerne direkt unter dem Artikel weiterdiskutieren. Da hatte ich ja auch schon, vor diesem Blogeintrag, einen Kommentar hinterlassen.

    p.s. ich erwarte natürlich, dass der Autor und Blobetreiber in Kürze seinen Klarnamen preisgibt.

    Da gibt es nichts „preiszugeben“. Mein Name steht in der Domain.

  4. Leider gibt ein „Tobias Haase“ innerhalb einer Blogadresse keinerlei relevanten Aufschluss über einen eventuellen Diskussionspartner. Ich weiß immer noch nicht, mit wem ich es zu tun habe und erkenne auch keine Kontakdaten.

    Ich werde daher an dieser Stelle nicht weiter diskutieren. Da wir derzeit einen weiteren Artikel von einem RE-Autoren haben, der ebenfalls sein Portal selbst vorstellen möchte, werden wir eine Umfrage unter den Artikel setzen. Im Sinne eines guten Bürgerjournalismus sollen dann die RE-Leser-und Autoren entscheiden, ob kostenlose Portale vorgestellt werden sollen/dürfen oder eben nicht.

    Am Ende kann das dann aber nur konsequent umgesetzt werden, entweder alle oder tatsächlich keiner, ausnahmslos.

    Beste Grüße
    Ursula Pidun

  5. Was heißt denn hier Kontaktdaten? Brauchen Sie erst Kontaktdaten, um mit jemandem zu diskutieren? Fragen Sie sonst erst nach den Ausweis, wenn sie mit jemandem reden? Welchen „relevanten Aufschluss“ wollen Sie denn erhalten? Selbst wenn ich unter Pseudonym bloggen würde, was würde das an meiner Kritik ändern?

    Wenn sie aber unbedingt Kontaktdaten brauchen, können Sie bei der Denic nachgucken.

    Was würde Ihnen denn eine Mailadresse oder eine Telefonnummer, die sie als Kontaktdaten auf Ihrer Webseite angeben, über meine Person erzählen? Würde mich das in Ihren Augen „relevanter“ erscheinen lassen?

  6. Ich verrate Ihnen gerne, was ich von einem qualifizierten Diskussionspartner in Sachen Bürgerjournalismus erwarte:

    Klarnamen (ist er bekannt, um fachlich mitreden zu können)

    Hat er selbst jemals aktiv am Bürgerjounalismus mitgearbeit? (nicht nur diskutiert)

    Wenn ja, welches Projekt?

    Welche Aufgaben hat er dort übernommen?

    Hat er sich über weite Zeiträume mit Bürgerautoren befasst?

    Hat er jemals Artikel von Bürgerjournalisten ordentlich redigiert?

    Kennt er den längst etablierten amerikanischen Bürgerjournalismus?

    Hat er nicht nur kritisiert, sondern aktive Mitarbeit angeboten? (Im Sinne von : hey, ich mache mit, dies und jenes kann ich, wo kann ich mich einrbingen? Kann ich helfen?

    Die Liste wäre problemlos fortsetzbar. Ich aber wüßte dann, welchen Hintergrund mein Gegenüber für eine Diskussion mitbringt und kann die Kritik wesentlich besser einordnen.

    Einfach bellen – das kann jeder. Von einer ordentlichen Diskussion erwarte ich eine polemikfreie Sachlichkeit. Dann führt so etwas weiter. Ansonsten ist es nichts weiter als Blog-Schnattern, um sich irgendwie in Szene zu setzen.

  7. Ich soll erst eine Kochlehre nachweisen, um sagen zu können dürfen, dass die Suppe versalzen ist?

    Bürgerjournalismus bedeutet doch gerade, dass sich jeder einmischen kann, Bürgerjournalismus soll die Messlatte zur Mitwirkung niedrig hängen. Prinzip: Jeder ist qualifiziert genug. Was Sie da verlangen, ist genau das Gegenteil.

    Mir scheint, Ihnen ist da was zu Kopf gestiegen.

  8. Wie gesagt: für Kritik am Bürgerjournalismus bedarf es per Definition keiner besonderen Qualifikation. Das ist ja das Schöne daran: jeder darf mitmachen.

    Ich möchte bei dieser Gelegenheit den Disclaimer und die Ich-Perspektive im verlinkten Artikel loben. Das ist doch ein Anfang.

  9. Es gibt ja die ewig-Nörgler, die sich nie irgendwie beteiligen, dafür aber umso lauter brüllen.

    Hoffe, Sie haben abgestimmt, auch das ist dann ja schon eine aktive Beteiligung, die über das Brüllen und Meckern hinausgeht;-)

    Beste Grüße
    Ursula Pidun

  10. Ich bin es langsam leid, dass journalistische Arbeit immer mehr zu PR-Arbeit — dann auch noch in eigener Sache — verkommt, ohne dieses kenntlich zu machen. PR-Mitteilunge abschreiben kann ja wohl jeder Grundschüler.
    Für readers editition, die einmal den dort sog. Bürgerjournalismus auf seine Fahnen geschrieben hat, ist das ein Armutszeugnis.
    Und die Reaktion von U. Pidun hier ist nur noch der unverschämte Versuch, mittels an den Haaren herbeigezogenen Argumenten die Kritik ins Nirwana zu labern, wohin die RE wohl auch bald folgen wird. Und nur weil der Redakteurin das Standing fehlt zuzugeben, dass die RE auch einfach nur mal PR bringt, wenn die Lust zum selberschreiben fehlt.
    Weicheier!

  11. Da ist eine Nachfrage, was Sie dazu qualifiziert mehr als legitim.

    Nö. Kritik ist entweder berechtigt (und diskutiert den Punkt/nimmt ihn sich zu Herzen) oder unberechtigt und dann intressiert sie nicht weiter. Berechtigte Kritik nicht aufzunehmen, weil man meint, dass man den Namen des Betreibers nicht kennt (oder unfähig ist, den herauszubekommen), halte ich für kurzsichtig.

    Und da hier fröhlich diskutiert wird, denke ich mir einfach meinen Teil. O:-)

    Grüße

  12. Also ich erwarte von Bürgerjournalismus, dass er ebenfalls die Grundregeln des Journalismus kennt, oder zumindest seine Admins. Deshalb trage ich die Diskussion mal wieder zurück unter den Artikel.

  13. Ach ja Frau Ursula,

    Es gibt ja die ewig-Nörgler, die sich nie irgendwie beteiligen, dafür aber umso lauter brüllen.

    es gab ja auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die aber rüpelhaft vor die Tür gesetzt wurden. Nur mal so im gleichen Stil wie Deine Beiträge oben.

    Auch wenn es für Dich unangenehm ist, hier und auch bei Euch sind wir im Internet. Es kann miteinander kommuniziert werden, auch und gerade anonym. Wenn es dir nicht passt, druck Deine Antworten wie oben auf Klohpapier oder gehe sachlich auf die Kritik ein. Im Internet gehört das dazu. Das ist mehr als Journalismus!

    So, genug der Polterei. Aber obige Beiträge waren einfach nur arrogant und zeugten nicht von Bereitschaft zur offenen Kommunikation. Weiter bei der readers edition.

  14. Pingback: Blog-Bistro · Frage.

  15. Weil es überaus unschicklich ist, dieses kleine wundervolle Exemplar irdischer Evolution durch einen Vergleich mit einem weniger wundervollen Exemplar der Gattung homo insapiens jounalistis auf diese gemeine, hinterhältige, miese, schlimme, unakzeptable Art zu beleidigen. Sorry :-) Rückfall in die Vergangenheit.

  16. Die Gute hat es ja wirklich drauf. Erstmal Nebelkerzen werfen, indem man die Kritik für unsachlich erklärt (da das beworbene Portal kostenlos und die Information nützlich sei — „nützliche Information“ war übrigens schon die Umschreibung für die unredigiert weiterverbreitete Werbung .. Verzeihung, Pressemitteilung … für diese Sicherheitssoftware), um dabei am eigentlichen Punkt der Kritik gezielt vorbei zu gehen (dass nämlich ein Betreiber für sein eigenes Portal wirbt … Verzeihung, nützliche Artikel schreibt), dem Diskussionspartner (obwohl das Wort Diskussion es hier nicht wirklich trifft) erstmal persönliche Missgunst vorwirft (will nur nach Haaren in der Suppe suchen), außerdem ist er sowieso völlig unqualifiziert (hat in der Blogger-Szene keinen Namen, und den Schein im Seminar über amerikanischen Bürgerjournalismus hat er sicher auch versemmelt). Und unqualifizierte Bürger sollen doch bitteschön nur eines: Schön ihre Kreuze bei den Artikeln machen und ansonsten ihre Schnauze halten. Wie bei der Bundestagswahl halt. Wäre ja noch schöner, wenn jemand so richtig authentischen Bürgerjournalismus madig macht, wo super-relevante Artikel über schließende Wendy-Filialen und zerfleischte Tiepflegerinnen lesen kann.

  17. „Bleiben Sie einfach sachlich, denn es ging um Ihre Kritik. Da ist eine Nachfrage, was Sie dazu qualifiziert mehr als legitim.“

    erinnert mich an einen anderen Spruch eines anderen „wichtigen“ Menschen, der auch fragte, was denn Menschen dazu qualifiziere, ihre Meinung zu sagen.

    Uschi, du hast das mit der freien Meinungsäußerung offensichtlich nicht kapiert. Insoweit würde nun ich mich fragen, inwieweit du qualifiziert bist, über dieses Thema zu diskutiren ;-)

    Achso, und das „Du“ ist kein Ausdruck von Respektlosigkeit, ich duze in Blogs jeden und erwarte meinerseits geduzt zu werden.

    „Uschi“ andererseits mag… *g*

  18. Bürgerjournalismus wäre vielleicht mal eine Abwechslung in Deutschland. Auf der Plattform RE findet er aber nur sehr schwach dosiert statt. Wenn man „Kurzmeldungen“ und Eigenwerbung abzieht, erhält man den Output von zwei engagierten Bloggern, die aber leider keine klare Linie haben.

  19. Pingback: YAMB.BETA² » Links vom 27.02.2007 [del.icio.us]

  20. Liebe Ursula,

    die Marktstraße heißt Marktstraße, weil dort ein Markt ist und Sachen verkauft werden (sollen).

    Jeder, der in die Marktstraße geht (oder sie auf einem Plan sieht), wird sich das bei dem Namen auch vor betreten bereits denken können.

    Wenn ich im Stadtplan die Kritische-und-unabhängige-Meinung-Straße finden würde, was würde ich da erwarten? Vom Eigeninteresse gesteuerte Werbeschreier?

    Siehst Du liebe Ursula, deswegen ist die Presse dazu verpflichtet, Werbung explizit zu kennzeichnen.

    Ich denke, niemanden würde es stören, wenn besagter Beitrag nicht in einer Nachrichten-Rubrik wie „Web & Technik“ erschienen wäre, sondern in einer Rubrik „Pressemitteilungen“ oder „Werbung“ oder „Marktstraße“ …

  21. Liebe Uschi,
    ich darf bellen. Warum?

    Klarnamen (ist er bekannt, um fachlich mitreden zu können): Habe ich. Siehe Domain oder Denic (habe für die Denic-Variante auch Kaffee und Kuchen hier).

    Hat er selbst jemals aktiv am Bürgerjounalismus mitgearbeit? (nicht nur diskutiert): Ja…

    Wenn ja, welches Projekt? Lass‘ mich überlegen.. mh.. genau! Readers Edition hieß das.

    Welche Aufgaben hat er dort übernommen? Die, die du nun ausführst. Nur wurde ich dafür nicht bezahlt und habe keine PR-Texte veröffentlicht oder gar unter meinem Namen geschrieben.

    Hat er sich über weite Zeiträume mit Bürgerautoren befasst? Länger als du auf jeden Fall.

    Hat er jemals Artikel von Bürgerjournalisten ordentlich redigiert? Ja, eigentlich schon. Bis die Mail der „mäig hilfreichen“ Mitarbeit an alle Moderatoren geschickt wurde.

    Kennt er den längst etablierten amerikanischen Bürgerjournalismus? Ja, besser als du allemal.

    Hat er nicht nur kritisiert, sondern aktive Mitarbeit angeboten? (Im Sinne von : hey, ich mache mit, dies und jenes kann ich, wo kann ich mich einrbingen? Kann ich helfen? – formulieren wir es lieber so: er hat aktiv gearbeitet. Dann kamst du. Was dann so passierte, ist ja bekannt.

    Ich freue mich ja schon auf ein Autoren-Moderatoren-Treffen. Da können wir uns dann persönlich anbellen. Ganz sachlich und qualifiziert.

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